Pädagogische Arbeit im Heiligenhauser Club in Gefahr

Leistet eine gute Kinder- und Jugendarbeit: der Club. Das soll weiter so bleiben, fordert der Förderverein.
Leistet eine gute Kinder- und Jugendarbeit: der Club. Das soll weiter so bleiben, fordert der Förderverein.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Club-Förderverein unterstützt die Jugendeinrichtung, wo er kann. Doch die geforderten Einsparungen halten die Ehrenamtler für kaum machbar.

Heiligenhaus..  Große Sorgen machen sich die Mitglieder des Club-Fördervereins um die Heiligenhauser Jugendeinrichtung, nachdem der Haupt- und Finanzausschuss Kürzungen in Höhe von rund 20 Prozent für den Nachtragshaushalt beschlossen hat. 50 000 Euro einzusparen, bedeutet das für den Club jährlich ab 2016. „Wie der Club und wir als Förderverein das stemmen sollen, wissen wir noch gar nicht“, erklärt Dieter Jasper, erster Vorsitzender des Fördervereins. Seine Befürchtung: „Im Grunde ist das nicht möglich, ohne die pädagogische Arbeit zu gefährden.“

Ob Kindergruppe, Spieltreff, Schülercafé, Hausaufgabenbetreuung oder Hallenfußballturnier, nicht zu vergessen die Aktionen in den Oster- und Herbstferien und der Abend für Filmfans, um nur einige Beispiele zu nennen: Vieles kostet die Teilnehmer gar nichts oder nur ein kleines Entgelt. „Für pädagogische Arbeit kann man kein Geld nehmen“, ist Dieter Jasper überzeugt. Kindern und Jugendlichen Raum für sich und ihre Interessen zu geben, sie zu fördern, sie kreativ anzuleiten und oftmals auch Anlaufstelle bei Problemen jeder Art zu sein, das habe sich der Club auf seine Fahnen geschrieben. „Wenn jetzt nur noch geschaut wird, welche Veranstaltung ordentlich Geld in die Kasse bringt, wird das bald hinter rüberfallen“, sagt Birgit Nink, Kassiererin des Vereins, die die Konzert- und Kabarettveranstaltungen im Club für gut und wichtig hält, „aber das ist es eben nicht alleine.“

Die Diskussion um eine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie der Musikschule sieht sie kritisch: „Beide bieten beispielsweise Gitarrenkurse an, aber bedienen eine andere Klientel“, betont Nink, die ebenfalls im Förderverein der Musikschule sitzt. „So einfach, wie die Politiker sich das denken, ist es jedenfalls nicht.“ Jasper ergänzt, dass von den Honorarkräften geleitete Seminare und Kurse im Club im Übrigen nur stattfinden, „wenn die Kosten durch die Gebühren gedeckt sind“.

Der Förderverein sei mit seinen bisherigen Unterstützungen schon am Limit, weiß die Kassiererin. Mit jeweils vierstelligen Beträgen finanzieren die Förderer einen FSJ’ler und eine Praktikantin (ein weiterer Jahrespraktikant wird über die Stadt abgerechnet). Filmlizenzen, Zuschüsse zur Ausstattung des Clubs und das Angebot Kindertheater schlagen ebenfalls mit größeren vierstelligen Summen zu Buche. Die 25 Euro Jahresbeitrag, die jedes der 133 Mitglieder zahlt, ist da nicht ausreichend. Maßnahmen, wie Sponsoren aktiviert oder auf andere Weise Mittel in die Vereinskasse fließen könnten, wird jetzt auf der Jahreshauptversammlung geklärt.

„Wir sind alles Ehrenamtler und packen selbst mit an, wenn personell Not am Mann ist“, bekräftigt Dieter Jasper, der weiß, wie ausgereizt die Personaldecke ist, da die Leiterstelle weiter nur kommissarisch besetzt ist. „Selbst wenn wir die Einsparungen hinkriegen. Woher wissen wir, dass es genug ist?“, bleibt für Nink die bange Frage.