Nur ein Vierzehntel der „Kö“-Mieten

Im Vergleich der gewerblichen Mieten liegt Heiligenhaus sogar in einer Kategorie vor Düsseldorf: bei den Lager- und Produktionshallen mit einfachem Standard. Im „Fischaugen“-Bild das Gewerbegebiet Hetterscheidt.
Im Vergleich der gewerblichen Mieten liegt Heiligenhaus sogar in einer Kategorie vor Düsseldorf: bei den Lager- und Produktionshallen mit einfachem Standard. Im „Fischaugen“-Bild das Gewerbegebiet Hetterscheidt.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der neue Gewerbliche Mietspiegel vergleicht die Preise in Düsseldorf und den Städten im ME-Kreis. Aber er sagt nicht, wo die 1a- und 1b-Lagen liegen.

Heiligenhaus / Düsseldorf..  In Grundschulen ist alles klar, wenn von 1a und 1b die Rede ist: Logisch, das sind die Klassen der i-Dötzchen. Wenn allerdings im Mietspiegel die Rede ist von 1a und 1b, dann wird die Lage schon unübersichtlicher. Und zweite Klassen – als Geschäftslage, wohlgemerkt – kommen im Gewerblichen Mietspiegel der IHK Düsseldorf gar nicht erst vor.

Die Industrie- und Handelskammer für die Landeshauptstadt und die zehn Städte im Kreis Mettmann hat jetzt, nach der alljährlichen Umfrage bei den neun Makler-Büros im „Arbeitskreis Mietspiegel“, die neue Vergleichsliste vorgelegt, gegliedert nach Einzelhandelsflächen (in 1a und 1b), nach Büroflächen (in Zentrum und Stadtrandlage) sowie nach Lager- und Produktionshallen.

Monatsmiete 28 500 Euro

Natürlich gibt’s spektakuläre Kontraste beim Vergleich der elf Städte von Düsseldorfs 600 000 Einwohnern bis zu Wülfraths knapp 21 000 Bürgern. So kostet ein 1a-Ladenlokal in der Größe bis 100 Quadratmetern (netto ohne Nebenkosten) von 160 € bis zu 285 € je qm. Wer der Düsseldorfer Top-Miete zustimmt, muss also allmonatlich
28 500 € nur für seinen Vermieter aufbringen.

Wie bescheiden sich dagegen die zweitkleinste Stadt im Kreis Mettmann ausnimmt, rechnet die Pressemitteilung der IHK vor: „In Heiligenhaus kostet ein Geschäft in Toplage im Durchschnitt zwischen neun und 17 Euro.“ Oder bis zu 20 € bei den pro Quadratmeter etwas teureren Ladenlokalen bis 100 qm. Im Vergleich der Top-Preise ist Düsseldorf also 14 mal so teuer wie Heiligenhaus.

Aber wo genau befindet sich eigentlich diese (vergleichsweise) preisgünstige Top-Lage? „Dafür haben wir keine klare Definition“, sagt Sabine Schindler. Die Dienstleistungsreferentin bei der IHK in Düsseldorf räumt ein: „Wir kennen Heiligenhaus nicht so gut wie die Makler unseres Arbeitskreises Mietspiegel.“ Die Immobilienbüros nennen der Kammer ihre Abschlüsse „und qualifizieren sie nach 1a und 1b“. Die Einschätzung – wo ist a, wo ist b – bleibt ihnen und ihrer Diskretion überlassen. Zudem sind die Daten-Zulieferungen an die IHK-Statistiker anonymisiert.

Nach der Lage der meistfrequentierten Geschäfte (und der hiesigen Immobilien-Büros) liegt allerdings die Vermutung nahe: Heiligenhaus’ kleine „Kö“ ist die Hauptstraße zwischen den beiden Kirchen.

Bei Büros schrumpft der Abstand

Bei den 2014er Büromieten übrigens ist der Abstand zwischen der Rheinmetropole und dem kleinen Heiligenhaus längst nicht mehr so groß: In bester Ausstattung kostet der Quadratmeter hier 8 € bis 9,50 € (in Düsseldorf bis zu 26,50 €). In Stadtrandlage und bester Ausstattung sind’s in Heiligenhaus 6 € bis 8,50 € (in Düsseldorf bis zu 16,50 €). Bei Büro-Mieten ist die Landeshauptstadt also „nur“ zwei- bis 2,8 mal so teuer wie die Kleinstadt.

Bleiben die Lager- und Produktionsflächen – und man staune: Für Hallen bester Ausstattung gibt’s hier wie dort keinen Mietpreisunterschied. Der gehobene Standard kostet bis zu 6,50 €. Und beim einfachen Standard – Überraschung – nehmen Heiligenhauser Makler sogar etwas mehr als Düsseldorfer: nämlich bis zu 4 € pro qm statt bis zu 3,50 €. Dafür gibt’s laut „Ausstattungs-Beurteilung“ des Mietspiegels eine „Kalthalle mit ebenerdigen Toren und Beleuchtung“. Immerhin.