Notunterkunft bald bezugsfertig

Die  International Schoolwird in diesen Tagen als Landes-Unterkunft für Asylbewerber hergerichtet.Foto:Heinz-Werner Rieck
Die International Schoolwird in diesen Tagen als Landes-Unterkunft für Asylbewerber hergerichtet.Foto:Heinz-Werner Rieck
Foto: WAZ FotoPool
Bis Montag, 18. Mai, sollen die Arbeiten in der International School beendet sein. Das Land NRW verpflichtete European Homecare für die Betreuung.

Heiligenhaus..  Die Handwerker sind in den Räumen der ehemaligen International School beschäftigt – und auch der Sicherheitsdienst der vom Land NRW angemieteten „Notunterkunft“ ist bereits präsent. Am Montag, 18. Mai, soll die Landeseinrichtung für Asylbewerber am Sportfeld „bezugsfertig sein“, bestätigt William Wolfgramm. Einen Termin, zu dem die ersten Bewohner einziehen werden, konnte der stellvertretende Sprecher der Düsseldorfer Bezirksregierung allerdings noch nicht nennen: wahrscheinlich wenige Tage später.

Für 2000 Menschen hat die Landesregierung die offiziell so genannten „Notunterkünfte“ in Städten und Gemeinden angemietet. Für Heiligenhaus hatte Andreas Happe von der Bezirksregierung vor einem Monat die Kapazität der International School mit „150 plus 50“ beziffert. Soll heißen: Der Stadt werden zwar 200 Flüchtlinge angerechnet (die sie nicht in ihren eigenen Unterkünften aufnehmen muss), aber möglichst nicht mehr als 150 Menschen sollen in den 24 Klassenzimmern einziehen.

Für die Betreuung der Asylbewerber verpflichtete das Land in Heiligenhaus das Essener Unternehmen European Homecare. EHC betreut mit 500 Mitarbeitern derzeit 5000 Asylbewerber in 50 Einrichtungen – und war im September vorigen Jahres in die Schlagzeilen geraten. EHC war für jene Unterkunft in Burbach verantwortlich, in der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die ihnen anvertrauten Menschen drangsaliert und gedemütigt hatten.

Allerdings betont William Wolfgramm: „European Homecare hat als Betreiber keine negativen Schlagzeilen gemacht.“ Und der für die International School engagierte Sicherheitsdienst, J. P. Security Service, stehe auf der Liste des Innenministeriums unbedenklicher Unternehmen.

European Homecare arbeitete sogar „undercover“, um mögliche Missstände der Sicherheitsdienste in „seinen“ Unterkünften aufzudecken: In sechs Häusern ließen sich zur Jahreswende Mitarbeiter unerkannt als Asylbewerber aufnehmen, um sicher zu gehen, dass sich Untaten wie in Burbach nicht wiederholen.

„Wir wollen engagierter als unsere Wettbewerber sein“, gelobt das mittelständische Familienunternehmen auf seiner Webseite. Seit seiner Gründung 1989 habe sich EHC zu „einem der effizientesten privaten Dienstleister Deutschlands im Sozialwesen“ entwickelt. Neben Flüchtlingen betreut EHC auch Obdachlosen-Quartiere und arbeitet in der Jugendbetreuung.