Nonnenbruch blüht auf
08.10.2009 | 13:26 Uhr 2009-10-08T13:26:00+0200
Heiligenhaus. Bürgerverein will Schandflecke beseitigen und Blumen pflanzen.
Die Dämmerung legt sich langsam über die Feuerwache. Nur das Prasseln des Regens ist zu hören, sonst ist alles still. Nur in einem Raum der Feuerwehr geht es ganz und gar nicht ruhig zu: Mitglieder und Gäste des Bürgervereins Nonnenbruch diskutieren, was das Zeug hält. Bei der Mitgliederversammlung kamen Themen auf den Tisch, die den Bürgern das Heiligenhauser Stadtteils am Herzen liegen.
2010 soll es im Ort ja bekanntlich blumig werden. Aber auch der Bürgerverein plant solche duftenden Aktionen. Unter dem Motto „Der Nonnenbruch blüht auf – unser Stadtteil soll schöner werden” sollen zum Beispiel die Baumscheiben an der Bergischen Straße von Unkraut befreit und neu bepflanzt werden. Aber auch der Grünstreifen an der Leipziger Straße soll mit bunten Blumen geschmückt werden. „Angedacht ist es, dass die Stadt die Blumen sponsert und die Anlieger sie dann einpflanzen und sich darum kümmern”, erklärte Angelika Binkowski-Nimmert das Prinzip der Patenschaften, die im Frühjahr vergeben werden sollen. „Da müssen die Anlieger natürlich mitziehen”, appelliert die Vorsitzende des Bürgervereins.
Der Nonnenbruch soll schöner werden – dazu gehört auch, öffentliche Schandflecke zu beseitigen. „Es kann nicht sein, wie unglaublich das aussieht”, sagte Binkowski-Nimmert und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Gemeint waren die Papierwertstoffcontainer, die über den Stadtteil verstreut stehen. „Die meisten Leute schmeißen das Zeug einfach daneben und verhunzen die Fläche”, beschrieb sie das Erscheinungsbild rund um die Container. Nun wurde abgestimmt, ob die Sammelstellen abgeschafft werden sollen – und das sollen sie laut dem Bürgerverein. Stattdessen ist es angedacht, dass jeder eine private blaue Tonne hat, die dann alle 14 Tage geleert werden soll. Kartonagen sollen zukünftig zur Grünannahme gebracht werden. 13 von 18 Stimmen belegten aber, dass diese Lösung nicht unbedingt jedem Anwesenden gefiel.
Ebenfalls das Stadtteilbild zerstören die Häuser der Leipziger Straße 26 bis 32. „Da läuft das Wasser innen die Wände runter”, beschrieb Binkowski-Nimmert den Zustand. Im Keller sollen außerdem Ratten ihr Unwesen treiben. „Der Vermieter wohnt in Düsseldorf und kümmert sich nicht darum. Manche Mieter zahlen nur noch die Nebenkosten, mehr nicht. Aber das stört ihn auch nicht.” Nun versucht es der Bügerverein mal mit einem Brief an den störrischen Vermieter.
Zudem sind auch noch Arbeiten an Bürgersteigen geplant. An der Gaststätte Werkerwald sollen sie abgesenkt werden (auf Kosten der Pächter), da die zu hohe Bordsteinkante beim Überfahren die Autos beschädigen könnte. Und im letzten Drittel der Selbecker Straße, auf Höhe des Discounters „Lidl”, ist ein vernünftiger Gehweg geplant. „Es werden schon Preise eingeholt”, freut sich Binkowski-Nimmert.
Noch kein neuer Mieter
Für die ehemalige Plus-Filiale hat sich noch kein neuer Mieter gefunden. Immobilienbesitzerin Doris Parnow sucht fleißig weiter. Auch in Sachen Bürgerbus geht's einfach nicht weiter. 22 ehrenamtliche Fahrer und einige Sponsoren werden benötigt – und diese zu finden, ist nicht einfach. Zudem müsste sich für die Umsetzung ein eigener Bürgerbus-Verein aus der Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine bilden. „Aber das möchte keiner machen, weil es ein Haufen Arbeit ist”, erklärte die erste Vorsitzende.
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