Noch kein Baustart in Sicht für Heiligenhauser Einkaufszentrum

Der Bau der Hochschule kommt gut voran, auf dem Areal daneben für das Einkaufszentrum tut sich nichts.
Der Bau der Hochschule kommt gut voran, auf dem Areal daneben für das Einkaufszentrum tut sich nichts.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der Anker-Mieter für das Einkaufszentrum steht mit Kaufland schon lange fest. Doch bei der Sparte Elektrofachmarkt hat Investor Procom ein Problem.

Heiligenhaus..  Der Campus der Hochschule Bochum an der Kettwiger Straße wächst sichtbar Etage um Etage. Auf dem Gelände daneben, ebenfalls früher zur Firma Kiekert gehörig, wachsen indes nur Gräser und Kräuter. Eigentlich sollten sich auch dort seit diesem Frühjahr die Baukräne drehen – doch der Bau des Einkaufszentrums lässt noch auf sich warten.

Ein konkretes Datum für den Baubeginn kann Prof. Dr. Monika Dobberstein, Leiterin Unternehmenskommunikation des Investors Procom aus Hamburg, auf Nachfrage der WAZ nicht benennen. Trotzdem der Vollsortimenter Kaufland bereits im August 2014 als Anker-Mieter für das Projekt gewonnen werden konnte, stockt die Akquise weiterer Mieter. Sorgenkind Nummer Eins ist dabei der Elektrofachmarkt.

Nach dem Vollsortimenter mit 3300 qm ist für den Elektrofachmarkt nämlich die zweitgrößte Fläche im Einkaufszentrum, 1200 qm, im Bebauungsplan reserviert. Doch das Interesse der entsprechenden Unternehmen ist verhalten bis ablehnend.

Branche im Umbruch

„Die Branche befindet sich im Umbruch“, konstatiert Dobberstein. Harte Konkurrenz bereite selbst den etablierten Großmärkten der Internethandel. Was dazu führe, dass eine Markteröffnung in Heiligenhaus derzeit nicht in die engere Wahl gezogen werde. Dobberstein: „Es gibt durchaus Konzepte von Großmärkten, kleinere Ladenlokale zu bestücken, wo aber eher bestellt als gekauft wird.“ Man befinde sich mit möglichen Anbietern in Gesprächen, heißt es aus der Führungsetage von Procom.

Von Unternehmen aus den Bereichen Textil und Gastronomie, die außerdem in das Einkaufszentrum einziehen sollen, bestehe eine rege Nachfrage, sagt Dobberstein. Kaufland als Anker-Mieter sorge für eine gewisse Anziehungskraft. Abschlüsse weiterer Mietverträge gebe es aber noch keine.

Im Rathaus hat man die Situation kritisch im Blick, gibt sich aber zuversichtlich. „Wir sind monatlich im Gespräch mit dem Investor “, erklärt der Technische Beigeordnete Harald Flügge. Die Nutzungen und Flächeneinheiten für das Einkaufszentrum seien im Bebauungsplan festgeschrieben. Ziel sei die Bereicherung der Innenstadt durch bestimmte bislang fehlende Sortimente im Handel, betont Flügge. Ziel sei überdies die weitere Entwicklung der Innenstadt (nach Entflechtungsstraße, Umbau Basildonplatz, Hauptstraße, Hochschulbau). Denn als Tor zur Hauptstraße soll die ebenfalls von Procom erworbene Fläche des Hauses der Kirche fungieren. Läden für Textil, Schuhe und Drogerieartikel sind in einer Passage geplant. Einbezogen wird das alte Pastorat für eine Gastronomie. Doch auch das ist noch Zukunftsmusik.