Nicht alle Heiligenhauser Kinder können schwimmen

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Was wir bereits wissen
Beim Schwimmfest der Heiligenhauser Grundschulen kämpften die Kinder um den Sieg. Doch viele Kinder kämpfen überhaupt damit, schwimmen zu lernen.

Heiligenhaus.. „Auf die Plätze, fertig, los!“ Die Aufregung steigt, das Adrenalin macht hellwach: Am Montag und Dienstag fand das Schwimmfest der Heiligenhauser Grundschulen statt. Die Dritt- und Viertklässler schwammen um die Wette. Aber während die Einen um den Sieg kämpften, kämpfen andere im gleichen Alter noch damit, überhaupt schwimmen zu lernen.

„Von den 78 gemeldeten Kindern der dritten Klasse sind leider nur fünf von unserer Schule“, berichtet Michaela Bringenberg von der Regenbogenschule Oberilp. Auch am Vortag, als über 60 Kinder mitschwammen, waren nur elf von der in diesem Jahr das Fest ausrichtenden Schule. „Viele unserer Kinder können nicht schwimmen. Es gibt leider diesen Trend, aber so heftig ist es mir noch nicht aufgefallen“, berichtet die Lehrerin.

Auch an anderen Schulen gibt es immer wieder Nichtschwimmer. Von den teilnehmenden Schulen, der St. Suitbertus, der Schule Schulstraße und der Gerhard-Tersteegen-Schule, ist aber keine in dem Ausmaß so betroffen. Der Grund für die vielen Nichtschwimmer ist auch nach Meinung der Lehrer oftmals der Migrationshintergrund: „Meistens gehen ja die Mütter mit den Kindern schwimmen, und da ist es hier aus religiösen Gründen oftmals schwierig und nicht möglich für muslimische Frauen“, erklärt Bringenberg.

Den Migrationshintergrund sehen auch die anderen Schulen als Hauptgrund, wieso Kinder noch nicht schwimmen können. „Bei uns ist der Anteil der Nichtschwimmer nicht so hoch, aber dieser Trend ist spürbar. Wir verteilen auch Briefe an die Eltern mit dem Hinweis auf den Schwimmkurs in den Sommerferien, aber häufig mangelt es bei den Nichtschwimmerkindern an Unterstützung der Eltern“, berichtet Daniela Winkler von der Schule Schulstraße.

Dass deswegen der Schwimmunterricht extrem wichtig ist, findet auch Christa Markus von der Tersteegen-Schule: „Schwimmen als Unterricht ist nicht nur Sport, sondern es ist lebensrettend. Ich wünschte, wir könnten das Hallenbad ganzjährig nutzen. Unser Ziel ist es, dass alle Grundschüler mit einem Seepferdchen unsere Schule verlassen.“

Grund zur Freude hingegen hatte Birgitta Posberg von der St. Suitbertus Schule. Ihre Schulstaffeln haben super abgeschnitten: „Die Kinder sind mächtig stolz und absolut happy“, berichtet sie. Die meisten ihrer Kinder könnten bereits schwimmen, die wenigen, die es nicht können, lernen es im Unterricht. Alle Schulen sind sich aber einig: Der Schwimmunterricht ist überaus wichtig, und nicht nur als Spaßfach. Mit Hinblick auf die finanzielle Situation des Heljens Bads befürchten die Schulen: Hoffentlich wird nicht am falschen Ende gespart.