Neue Landesunterkunft für Flüchtlinge in Heiligenhaus

Das Land plant in der ehemaligen International School eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.
Das Land plant in der ehemaligen International School eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.
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Was wir bereits wissen
Das Land NRW ist am Sportfeld-Gebäude interessiert. Dort soll eine Erstaufnahmeeinrichtung entstehen. Verwaltung erläutert Pläne.

Heiligenhaus..  Das Land NRW möchte das Gebäude der ehemaligen International School am Sportfeld für die Unterbringung von Flüchtlingen mieten – und das bereits ab April. Hier soll eine so genannte Erstaufnahmeeinrichtung entstehen. Die Verwaltung stellte am Mittwoch im Sozialausschuss diese Pläne erstmals öffentlich vor.

„Das Land steht unter gigantischem Druck“, erklärt Bürgermeister Dr. Jan Heinisch. Die Unterbringungskapazitäten sind erschöpft, selbst Kurzzeitschlafplätze kaum vorhanden: Wer als Flüchtling in NRW ankommt, wird oft direkt an eine Kommune weitergereicht. Der Städte- und Gemeindebund sowie die Bezirksregierung umwerben daher die Kommunen, Standort für eine Erstaufnahmeeinrichtung zu werden. Heiligenhaus hat dies im Hinblick auf das leer stehende Schulgebäude getan. Ein Besichtigungstermin erfolgte vor knapp zwei Wochen, das Interesse an einer Vermietung wurde schnell bekundet.

Die Fraktionen sehen das positiv. Denn der Vorteil liegt klar auf der Hand. Zum einen bessert die Mieteinnahme die Finanzen der Stadt auf. Zum anderen reisen die Flüchtlinge auf Landesticket: „Für deren die Versorgung zahlt nämlich das Land“, so Heinisch. Aber sie werden auf die Zuweisungsquote der Stadt angerechnet.

Da die generelle Entwicklung der Flüchtlingsströme ungewiss ist, soll der Mietvertrag jeweils eine Laufzeit von drei Monaten haben, schlägt die Verwaltung vor. Die Stadt Heiligenhaus geht davon aus, dass der Bedarf des Landes NRW über einen längeren Zeitraum anhalten wird. Aufgrund der exponierten Lage und des sehr guten Zustandes der Immobilie plant der potenzielle Mieter, den Standort Heiligenhaus als Musterprojekt für die Unterbringung von Familien mit Kindern zu gestalten. Heinisch: „Beeindruckt war man vom U3-Bereich, den die International School eingerichtet hat und der noch vorhanden ist.“

Für die Betreuung der Flüchtlinge suche sich das Land einen Träger aus der Wohlfahrtspflege vor Ort, Gespräche gebe es da schon. „Die Flüchtlinge sind nur kurzfristig in der Einrichtung, bis sie einer Stadt zugewiesen werden.“ So erfolge auch die Verpflegung über eine zentrale Küche. Die sanitären Einrichtungen sollen über ein mobiles Sanitärmodul bereitgestellt werden. Dieses wird der Mieter selber beschaffen bzw. anmieten. Die Sporthalle würde daher nicht benötigt. Einzig die Duschen müssen solange bereitgestellt werden, bis das Sanitärmodul angeschafft ist.

Wird das Gebäude am Sportfeld als Landeseinrichtung genutzt, ist davon auszugehen, dass die Flüchtlingsunterkunft Tüschen nicht mehr dauerhaft benötigt.

Unterkunft Ludgerusstraße und Friedhofsallee: Bessere Integration angestrebt

In zwei Unterkünften und 17 Wohnungen sind derzeit Asylbewerber untergebracht – die begleitende Sozialarbeit ist für das vorhandene Personal kaum zu schaffen. Doch jede weitere Stelle kostet die Stadt Geld. Für eine ganzheitliche Betreuung und Begleitung der Asylbewerber sei deshalb das Engagement von Ehrenamtlern sehr wichtig, betont Jan Heinisch. In der Bergischen Diakonie Aprath und den dort angesiedelten Stadtlotsen habe man einen verlässlichen Partner – die Lotsen sind in den Unterkünften patente Ansprechpartner.

Des Weiteren sind Gesamtschüler aktiv, um Kindern spielerisch Deutsch beizubringen. Es gibt ein Kinder-Koch-Projekt mit Studierenden der Bleibergquelle. Außerdem findet im Infopunkt der Diakonie am Kirchplatz ein Mutter-Kind-Kurs statt.

Die Kleiderkammer des DRK sowie die Tafel werden immer mehr frequentiert. Ferner besteht die Möglichkeit, Möbel oder andere Gegenstände über die Ev.-Freikirchliche Gemeinde zu erhalten. Aktuell steht der Sozialbereich in Kontakt mit einem Sportverein, um ein Angebot aufzubauen. Und im Nonnenbruch soll ein Gesprächskreis mit Asylbewerberfamilien die Integration fördern