Nachwuchs für Becker und Co.
11.08.2009 | 15:46 Uhr 2009-08-11T15:46:00+0200
Heiligenhaus. Wenn es heißt „An die Bälle, fertig los!” sind wieder die Teilnehmer des Tenniscamps am Start. Kinder im Alter von sieben bis 17 machen dann die Plätze des TC Blau-Weiss unsicher.
Mal mit mehr, mal mit weniger professionellen Tenniskünsten. In Zaum gehalten werden die meist sehr energiegeladenen Nachfolger von Becker, Graf und Co. von den drei jugendlichen Trainern und dem Cheftrainer.
Einer dieser drei Jugendlichen ist Christian Müller. Der Zehntklässler des Kant-Gymnasiums ist seit mehr als neun Jahren begeistert vom weißen Sport. In diesem Sommer spielt der 15-Jährige nicht nur, sondern übernimmt auch Verantwortung: „Mein Trainer hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, im Sommercamp zu trainieren und mir so etwas Geld nebenbei zu verdienen. Klar, dass ich da zusage – auch wenn ich dadurch auf Freizeit verzichten muss.”
Verein hofft auch auf Nachwuchs
Ziel des Camps ist es, auch Kinder, die noch nicht spielen können, an den Sport heranzuführen, ihnen Beschäftigung zu bieten und sie mit Gleichaltrigen Spaß haben zu lassen. Keine Frage: Natürlich hofft der Verein auch, auf diesem Wege Nachwuchs zu gewinnen. Denn die Zahl der jugendlichen Vereinsmitglieder ist rückläufig. Sina Martini hingegen, die Tochter des Cheftrainers, spielt schon seit zwei Jahren Tennis. Die Teilnahme am Camp aber ist auch für die Siebenjährige eine Premiere. Und sie findet: „Die Trainer sind nett, wir verstehen uns alle und es macht einfach Spaß.” Als einziges Mädchen unter 13 Jungen lässt sie sich dabei keineswegs unterbuttern, sondern zeigt ihren männlichen Spielkollegen auch gern mal „wo der Hase lang läuft”.
Einer von ihnen ist Fritzi Brack. Der Suitbertusschüler schwingt zum ersten Mal den Schläger. „Auch wenn ich vorher noch kein Tennis gespielt habe, macht es mir richtig Spaß”, sagt der Siebenjährige. „Und wir machen ja auch andere Sachen wie Golfen, Klettern, Fußball und Kegeln.”
„Für die Kinder ist die Kombination aus Tennis und anderen Sportarten und Freizeitaktivitäten besonders wichtig. Ihnen gefällt die Abwechslung”, weiß Tahsin Martini, der seit sieben Jahren Cheftrainer bei Blau-Weiss ist.
Neue Trainer müssen aus seiner Sicht nicht nur Spielerfahrung mitbringen, sondern auch Kompetenz, was den Umgang mit Kindern betrifft. „Den jungen Teilnehmern soll einfach eine schöne Zeit bereitet werden. Natürlich ist es auch schön, wenn wir durch solch eine gute Sache noch die Mitgliederzahl steigern können”, so Martini. Ihm ist außerdem wichtig, das Klischee, Tennis sei ein überteuerter Sport, ein für alle mal aus den Köpfen der Eltern zu schlagen: „Tennis ist nicht teurer, als seinem Kind Kunst- oder Musikunterricht zu geben. Hochgerechnet kommt man auf rund 36 Euro im Monat, und da sind alle Kosten drin.” Schläger werden Vereinsneulingen vom TC Blau-Weiss gestellt.
Kompetenz im Umgang mit Kindern
Unterstützt wird Tahsin Martini in diesem Jahr auch von Christians Schwester Katharina (18) sowie von Tim Feldmann. Der 18-jährige Kant-Gymnasiast spielt seit über zehn Jahren Tennis und ist noch immer mit vollem Herzen dabei. Seitdem er 14 ist auch als Trainer bei den Sommercamps. „Der Spaß, den die Kinder haben sollen”, hat für ihn oberste Priorität. Und Katharina findet: „Das Camp ist besonders für Kinder geeignet, die noch kein Tennis spielen, um optimal in den Sport reinschnuppern zu können.”
Fragt man Cheftrainer Martini übrigens nach dem richtigen Einstiegsalter für den Tennissport, so lautet seine Antwort: „Sobald man den Schläger halten kann.”
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