Nachrichtenhelferinnen für ihre Tapferkeit ausgezeichnet

Einmal kam es im Maibaum beinahe zu einer Katastrophe. Länger als erlaubt, blieben die „Blitzmädchen“ Godehard und Küppers an ihren Geräten sitzen, um einen Angriff auf das Essener Kruppwerk zu verhindern. Normalerweise sollten die Nachrichtenhelferinnen schnellstmöglich Schutz suchen. Die durch die Störung von „Bumerang“ fehlgeleiteten Bomben gingen in direkter Nähe zum Maibaum nieder, verfehlten die Station jedoch. Für ihre Tapferkeit und ihr Engagement erhielten Godehard und Küppers eine Asuzeichnung. Übrigens: die Nachrichtenhelferinnen im Maibaum trugen, anders als viele ihrer Kolleginnen, Hosen anstatt der adretten Uniformen mit Röckchen.

Maibaum gesprengt

Getroffen hat es den Maibaum wenige Jahre später allerdings doch. Als die Amerikaner auf dem Vormarsch waren, sprengten die Deutschen die Anlage höchstpersönlich in die Luft. „Es war moderne und streng geheime Technik darin verbaut“, weiß Stecher. Vermutlich ging der Maibaum am 10. April 1945 in Rauch auf.

Dort, wo vor siebzig Jahren die großen Naxburg-Empfänger standen, richten heute Funkamateure aus Duisburg und Heiligenhaus mehrmals im Jahr ihre Antennen in den Himmel. „Diese Orte haben eine Geschichte. Die Topographie ist zum Funken optimal – das wussten nicht nur die Menschen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges zu schätzen“, erklärt Stecher, der selbst schon vom Isenbügeler Kopf aus funkte. Die Spuren der Geschichte sind an manchen Stellen zu tiefen Eindrücken geworden.