Nach wie vor kein Wintersportziel

Viel los am Neujahrsmorgen: Zur traditionellen Schneewette waren wieder zahlreiche Bürger an die Wiese vor der Hetterscheidter Sparkasse gekommen.
Viel los am Neujahrsmorgen: Zur traditionellen Schneewette waren wieder zahlreiche Bürger an die Wiese vor der Hetterscheidter Sparkasse gekommen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
39. Schneewette in Hetterscheidt: Schnee lag keiner, aber die Stimmung war gut.

Heiligenhaus..  Trotz aller guten Vorsätze: Das Glücksspiel können sie auch am Neujahrstag nicht lassen. Wird am 1. Januar um elf Uhr auf der Wiese vor der Hetterscheidter Sparkassenfiliale Schnee liegen oder nicht? So lautet die jährlich zu klärende Frage, zu der der Vorsitzende des Hetterscheidter Bürgervereins Heribert Bittner und Bürgermeister Dr. Jan Heinisch im Dezember im Rathaus ihren Tipp abgegeben haben.

Gestern war sie wieder dran: die sogenannte Schneewette. Heinz Nardmann war zwar mit dem Zwei-Meter-Maßstab gekommen, den ihm einst die Hetterscheidter Sparkassenfiliale geschenkt hat. So viel Schnee lag aber nicht. „Wir haben das offizielle Ergebnis: Es liegt kein Schnee“, stellte er vor versammelter Bürgerschaft am Donnerstag auf dem Sparkassen-Rasen förmlich fest. Die Stimmung war dennoch ausgelassen. Von den knapp 100 Umstehenden scherzte jemand: „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich euch Schnee mitgebracht.“

Weißer Flickenteppich

Nardmann, der auch mit 87 Jahren noch den Schiedskommissar der Schneewette macht, sagte: „Vor vier Tagen hatte ich noch acht Zentimeter auf dem Hof.“ Auf der weitgehend grünen Wiese vor der Sparkasse lagen am Donnerstagvormittag allerdings nur winzige Flicken zusammengetauten Schnees, kaum ein Zentimeter anstatt der laut Statuten erforderlichen zwei. Heribert Bittner, Vorsitzender des Bürgervereins Hetterscheidt, welcher die Schneewette 1975 ins Leben gerufen hat, konnte die Gäste also auch dieses Jahr nicht „im Wintersport-Ort Hetterscheidt begrüßen“.

Gewonnen oder verloren ist zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts. Die Information, wer auf welches Ergebnis getippt hat, bleibt bis zum 18. Januar in zwei verschlossenen Umschlägen beim Ehrenvorsitzenden Heinz Nardmann. Erst dann wird sie bekannt gegeben, erst dann gibt es einen Gewinner. In den Anfangsjahren der Schneewette musste noch der Verlierer die anschließende Bewirtung zahlen.

Inzwischen findet die Bekanntgabe im Rahmen des Neujahrsempfangs des Bürgervereins statt: am 18. Januar um 11 Uhr in der Ogata der Gerhard-Tersteegen-Grundschule. Da erfüllt sich dann der Hauptzweck der Wette. Denn ausgedacht wurde sie einst nicht, um Gewinner und Verlierer zu produzieren, sondern um Vertreter der örtlichen Vereine zusammenzubringen.

Heute wird sie traditionell dazu genutzt, bei Essen und einer Runde Hetterscheidter Schneekorn „gemeinsam das alte Jahr Revue passieren zu lassen und auf die kommenden zwölf Monate vorauszuschauen“, sagt Wilfried Hogenberg vom Bürgerverein.