Musik als ultimatives Medium
16.02.2011 | 15:23 Uhr 2011-02-16T15:23:00+0100
Heiligenhaus.Man könnte ihm auf der Bühne einfach nur stundenlang zuschauen – wie er sich dreht, beugt, wendet oder einfach nur sein Publikum begeistert. Für ihn ist das nämlich das Größte: Im Rampenlicht auf der Bühne zu stehen und seine Musik „zu leben“.
Die Rede ist von Marcel Kalveram, dem Frontsänger der Band Worst Case Szenario (kurz WCS). Seit der Gründung der Band im Oktober 2007 ist er dort als Sänger und Songwriter engagiert. Der gelernte Lkw-Mechaniker ist mittlerweile hauptberuflich Musiker und hat sich mit einer Booking-Agentur selbstständig gemacht, mit der er sich auch um die Marketingangelegenheiten der Band kümmert. „Ich mache genau das, was mir Spaß macht, und das ist nun mal das Bandleben – viele Leute sehen aber nicht das, was nebenbei ansteht, und das ist eben eine Menge Büroarbeit’’.
Für den gebürtigen Essener ist ein Leben als Musiker „etwas unnormales, was seinen eigenen Reiz hat und nicht so monoton und vorhersehbar ist“ wie das herkömmliche Berufsleben. „Es gibt sicherlich Sachen, mit denen man mehr Geld verdient, aber die Erfüllung bleibt auf der Strecke.’’ Der Wunsch, mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen, kam bei einem Toten-Hosen-Konzert auf. Damals war er 14. Mittlerweile kennt der 30-Jährige viele Vor- und Nachteile des Musikerlebens, aber ist er zufrieden damit und sagt immer noch, dass es eben sein eigener Traum sei, der gerade in Erfüllung geht – „und das können nicht viele sagen!’’
„Ich wünsche mir, dass es die nächste Generation von Musikern leichter haben wird, ernst genommen zu werden und sich durchsetzen zu können“, sagt Marcel Kalveram. An einem naheliegenden Ziel arbeitet die Band WCS ebenfalls: Von der Stadt die Möglichkeit zu bekommen, beim Stadtfest spielen zu dürfen.
Dabei bedeutet ihm seine Musik sehr viel: „Ich versuche immer, in meinen Texten etwas Eigenes aus dem Leben mit einzubauen – die Musik ist eben das ultimative Medium, sich den Leuten mitzuteilen und das auch auf erzieherischer Ebene.“ Musik ist für ihn die Möglichkeit, Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen.
Dabei sieht Marcel aber auch sich selbst in der Pflicht, „dem Publikum eine lockere Show zu bieten – das sind wir den Leuten schuldig’’. Dazu gehört ebenso ein gewisses organisatorisches Talent und natürlich sehr viel Arbeit „auf und hinter der Bühne’’. Der ehemalige Mechaniker betont jedoch auch die Zielsicherheit, die man im Musikbusiness haben sollte. Irgendwann möchte er dahin kommen, dass er mehr oder weniger das Gehalt eines Handwerkers bekommt und noch größere Konzerte geben darf – dabei ist er auf dem besten Weg dorthin. Einen Plattenvertrag hat die Band immerhin schon.
Zu den Schattenseiten zählt für den 30-Jährigen allerdings die Tatsache, dass es für den eigenen „Lebenspartner nicht leicht ist, wenn dich 16-Jährige auf ihre Geburtstagsparty einladen’’ – gegenseitiges Vertrauen vorausgesetzt, lasse sich aber auch das mit dem Partner vereinbaren. Viele vergleichen den Frontsänger mit anderen Musikern (Campino lässt grüßen). Marcel kann darauf gut verzichten: Er macht lieber sein eigenes Ding.
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