Mit dem Rad durchs Bergische Land

Zum Saisonstart der bergischen Bahntrassen verteilt Walter Wildmann (li.) Stempel an die Moerser: Günter Stille, Michaela Schaulies, Cornelia und Jörg Kotzian.
Zum Saisonstart der bergischen Bahntrassen verteilt Walter Wildmann (li.) Stempel an die Moerser: Günter Stille, Michaela Schaulies, Cornelia und Jörg Kotzian.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zur Saisoneröffnung der bergischen Bahntrassen verteilte Fahrradhändler Walter Wildmann Stempel. Über den Panoramaradweg von Heiligenhaus nach Wuppertal, Solingen und Remscheid.

Heiligenhaus..  Walter Wildmanns Blick schwenkt von Links nach rechts den Panoramaradweg entlang. Surrend rauschen einige Radler an ihm vorbei. Sie scheinen die Strecke von Kettwig nach Wülfrath wie ihre Westentasche zu kennen und reißen einen Kilometer nach dem anderen ab. Wildmann wartet hingegen auf fleißige Sammler. Zur Saisoneröffnung der bergischen Bahntrassen, verteilt der Inhaber des Radgeschäfts am Basildon Platz nämlich Stempel.

Während viele Radler als Einzelkämpfer in die Pedale treten, haben sich vier Freunde aus Moers am Sonntagmorgen gemeinsam auf ihre Bikes geschwungen. „Gestartet sind wir an der Alten Fähre in Kettwig. Wir sind zum ersten mal hier. Bis jetzt ist es eine schöne Strecke“, findet Michaela Schaulies. Nach über sieben Kilometern ist die Gruppe schließlich bei Walter Wildmann am Kult Kaffee angekommen. Der Muskelschmalz zahlt sich aus, die ersten Stempel landen in ihren Satteltaschen.

Wildmann sieht die Sammelaktion zur Saisoneröffnung als Anreiz, den inneren Schweinehund zu überwinden und wieder in die Pedale zu treten: „Die Werkstatt ist jetzt rappelvoll. Wenn es trocken ist und die Temperaturen steigen, merken wir das sofort. Da darf abends niemand auf die Uhr gucken.“ Nur knapp fünf Prozent der Radler holen ihren Drahtesel auch im Winter aus dem Keller.

Die vier Moerser zählen zu diesen fünf Prozent. Einige aus der Truppe schwingen sich sogar täglich aufs Rad. „Eigentlich fahren wir das ganze Jahr über. Wir machen auch Fahrradurlaube, bei denen 700, 800, 900 Kilometer gefahren werden“, erklärt Jörg Kotzian. Nur eines macht er nicht – wie viele Heiligenhauser mit dem Rad zur Arbeit fahren. „Meine Frau möchte, dass ich so schnell wie möglich zu Hause bin, damit wir gemeinsam Radfahren können“, witzelt er. Vielleicht verschlägt es sie vom Niederrhein ab jetzt auch öfter auf die bergischen Trassen.