„Manches bleibt auf der Strecke“

Edelgard Eichberg ist nun Leiterin des Heiligenhauser Clubs.
Edelgard Eichberg ist nun Leiterin des Heiligenhauser Clubs.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Club versucht, trotz eines fehlenden Hauptamtlers die Angebotsvielfalt zu erhalten. Doch Bandauftritte gibt es nun seltener.

Heiligenhaus..  Pünktlich zur Öffnung des Clubs im neuen Jahr liegt das Halbjahreskursprogramm des Heiligenhauser Freizeitzentrums druckfrisch vor – gewohnt umfangreich und mit Angeboten vom Krabbel- bis zum Erwachsenenalter. Von Einbußen aufgrund der veränderten Personalsituation (statt drei gibt es nur noch zwei hauptamtliche Kräfte) ist beim Durchblättern des Heftes nichts Gravierendes spürbar.

„Wir versuchen, unsere etablierten Angebote zu halten“, sagt Edelgard Eichberg, die seit dem Herbst die kommissarische Leitung der städtischen Kultureinrichtung inne hat, lächelnd, schränkt aber ein: „Neue Angebote zu initiieren und weitere Kursleiter mit ins Boot zu holen, dazu war in den letzten Monaten einfach keine Zeit. Irgendwas bleibt eben auf der Strecke, wenn die Arbeit auf weniger Schultern verteilt wird.“

Renaissance von „24 and more“

Ubald Stark, bis Ende September als langjähriger Leiter in Amt und Würden, steht „seinem“ Club noch immer nahe, engagiert sich im Förderverein der Einrichtung und steht mit Rat und Tat Thomas Dichiser und Edelgard Eichberg zur Seite. Doch das von ihm bislang verantwortete Konzertprogramm könne zum Beispiel derzeit nicht in gewohnter Weise präsentiert werden. Eichberg: „Vielmehr bieten wir den Bands den Raum und stellen das Thekenpersonal, die Organisation drumherum müssen die Musiker aber selbst managen.“ Was das städtische Kulturprogramm angehe, sei man als Veranstaltungsort selbstverständlich wie eh und je mit eingebunden.

„Wir hoffen, dass sich nach den Sommerferien personell etwas tut“, erklärt Eichberg, die wie Ubald Stark ebenfalls ein „Urgestein“ ist. 1981, frisch das Abi in der Tasche, hatte sie damals als Praktikantin im Club angefangen. Da kenne sie das Geschäft natürlich von der Pike auf, sei mit der Verwaltung einer Kultureinrichtung bestens vertraut.

So gelte es zum Beispiel, sich nicht nur auf Bewährtes zu verlassen, sondern ebenso dem verändertes Freizeitverhalten Rechnung zu tragen. „Manches verläuft in Wellen. Wie die Freitagsfete, die derzeit bei Jugendlichen nicht ankommt und aktuell nicht mehr im Programm ist.“ Eine Renaissance erleben könnte dagegen „24 and more“ – das spezielle Musikangebot für die „älteren“ Semester. Da habe es eine Reihe von Nachfragen gegeben. „Als das Rauchverbot kam, standen die einen draußen, die anderen drinnen. Das hat das Ganze kaputt gemacht.“ Nun beeilten sich nach ihrer Beobachtung bei Veranstaltungen die Raucher, um den Anschluss an die Gespräche drinnen nicht zu verpassen.

Unterstützung durch den Förderverein

So ganz allein stehen Edelgard Eichberg und Thomas Dichiser im Übrigen nicht da. Um die 50 Frauen und Männer kümmern sich um das Wohl der Club-Besucher, 30 davon sind Kursleiter, ferner gibt es Honorarkräfte und Praktikanten sowie den Hausmeister und die Reinigungskräfte. Der Förderverein des Clubs hat zudem 130 Mitglieder, die entweder selbst mit anpacken oder auch schon mal Veranstaltungen sponsern.

So können Theateraufführungen für das junge Publikum weiter angeboten werden. Auch der Filmabend am Donnerstag, der inzwischen komplett vom Förderverein übernommen wurde, muss nicht Sparzwängen geopfert werden.

Kurse wie Flamenco und Ballett (auch für Erwachsene) haben sich erfolgreich etabliert und ziehen Teilnehmer aus Kettwig, Ratingen und Velbert an. In den Osterferien müssen Kinder und Jugendliche ebenfalls nicht auf Kurse verzichten, im Gegenteil, eine Fahrt zum Kletterpark und ein Puppenworkshop kommen neu hinzu.