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Leidenschaftliche Hobby-Historikerin

16.02.2010 | 13:49 Uhr
Leidenschaftliche Hobby-Historikerin

Heiligenhaus.Freundlich, verständnisvoll und engagiert: Seit 20 Jahren ist Roswitha Eikermann Mitglied im Geschichtsverein. Ihrem Mann zuliebe übernahm sie in den 1990er Jahren die Position als Schriftführerin, kümmerte sich viele Jahre um Fahrten, die Dienstpläne für das Heimatmuseum und Rundschreiben. Seit diesem Jahr hat die 68-Jährige eine ganz neue Position inne: Bei der Jahreshauptversammlung wurde sie zur ersten Geschäftsführerin gewählt. Eine Aufgabe, die die Heiligenhauserin entlasten soll.

„Ich finde es einfach faszinierend und toll“, sagt Roswitha Eikermann und lächelt. „Durch den Geschichtsverein sieht man so viele Dinge, die man sonst nie zu Gesicht bekommen würde.“ Kein Zweifel: Die Rentnerin ist eine leidenschaftliche Hobby-Historikerin. Und das, obwohl sie eigentlich nur durch ihren Mann Mitglied wurde: Als Mitbegründer nahm er sie regelmäßig mit auf die Acht-Tagesfahrten, die gang und gäbe unter den Geschichtsinteressierten sind. Weil die Ausflüge aber immer schnell überlaufen sind, beschloss man im Verein, nur echten Mitgliedern einen Platz im Reisebus zu sichern. Kurzerhand wurde Roswitha Eikermann Mitglied, entdeckte schnell ihre Leidenschaft für die Historie. „Ich bekam immer mehr Kontakt zu den Mitgliedern, hatte schnell richtig enge Beziehungen zu einigen Leuten“, erinnert sie sich. „Das Vereinsleben ist einfach schön. Man wächst da richtig hinein, fühlt sich aufgehoben.“

Als ihr Mann Erwin schließlich erkrankte, war es für Roswitha Eikermann selbstverständlich, nach und nach immer öfter seine Aufgaben als Schriftführer zu übernehmen. „Er hing so sehr an dem Verein“, sagt sie, „also unterstützte ich ihn, soweit ich konnte.“ Auch nach seinem Tod engagierte sie sich weiter für ihre Vereinskollegen, wurde schließlich selbst Schriftführerin. Eine Position, die der gebürtigen Schlesierin viel abverlangte, ihr aber ebenso viel Freude brachte. Neben der Organisation der Ausflüge verschickte sie Rundschreiben an die 340 Freizeit-Historiker oder verfasste Programme für Versammlungen.

So ein Engagement „schränkt ganz schön ein“, erklärt Roswitha Eikermann. Und trotzdem lässt sie ihren Verein nicht im Stich. Um nun dennoch etwas entlastet zu werden, wurde die Heiligenhauserin zur Geschäftsführerin gewählt. Damit kümmert sie sich ab sofort ausschließlich um Termine oder die Koordinierung der Aktivitäten und darum, dass alles im Verein ordnungsgemäß abläuft. Zur Unterstützung stehen ihr dazu fünf Damen und Herren des Beirates zur Verfügung. Damit hat die ehemalige Standesbeamtin in Zukunft vielleicht mehr Zeit für ihre Hobbys: So liebt sie es, Biografien zu lesen, pflegt gerne ihren großen Garten oder kümmert sich um ihre zwei Katzen.

Ob sie nie daran gedacht hat, sich gänzlich zur Ruhe zu setzten? „Nein“, sagt sie bestimmt und schüttelt den Kopf. „Ich habe damals meinem Mann versprochen, den Verein weiter zu unterstützen. Und ich weiß, dass er sich freuen würde, wüsste er, was ich tue. Ich mache das in Andenken an Erwin.“

Jennifer Sauer

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