Laubecker Bach in Heiligenhaus wird verlegt

Fertiggestellter Wohnkomplex an der Erich-Ollenhauer-Straße: Das Laubecker Bachtal besteht hier schon aus großen Wasserflächen. Das Foto aus dem Jahre 1987 stammt von Manfred Klug.
Fertiggestellter Wohnkomplex an der Erich-Ollenhauer-Straße: Das Laubecker Bachtal besteht hier schon aus großen Wasserflächen. Das Foto aus dem Jahre 1987 stammt von Manfred Klug.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die idyllische Grünanlage in der Heide zwischen Wülfrather und Kurt-Schumacher-Straße wird saniert. Der Bach fließt künftig am Teich vorbei.

Heiligenhaus..  Ein kleines grünes Idyll liegt zwischen der Wülfrather und der Kurt-Schumacher-Straße in der Heide. Versteckt hinter Häuserreihen und Bäumen findet der aufmerksame Spaziergänger einen am Bach gelegenen Teich, einen kleinen Erholungspark inmitten des Wohngebiets. Doch Teich und Bach müssen demnächst getrennte Wege fließen.

Schuld daran ist, dass es dem Bach so gut geht wie nie: Er wurde als geschützter Landschaftsbestandteil festgesetzt. „Wir schaffen nun eine künstliche Barriere“, berichtet Bernd Willeke von der Stadt Heiligenhaus. Das heißt, der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) wird dieses vornehmen, sobald die Genehmigungen der Unteren Wasser- und Landschaftsbehörden vorliegen.

Denn die Durchgängigkeit des Laubecker Bachs darf laut EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht unterbrochen werden; was sie derzeit durch den Teich ist. Denn hier am Teich mischen sich Fließ- und Stehgewässer, und das darf so nicht mehr sein, erklärt der BRW. Außerdem ist der Durchlass unter der Kurt-Schuhmacher-Straße versandet. Und der Teich mittlerweile verschlammt. Genug Gründe, um hier nun großräumig aktiv zu werden.

„Das Gewässer staut sich derzeit noch vor dem vorhandenen Durchlass an der Kurt-Schuhmacher Straße, da der Durchlassablauf im ersten Teich liegt“, erklärt Bernd Willeke. Die Sohlhöhe des Laubecker Bachs ist jedoch etwa zehn Zentimeter höher als der Ablauf des Durchlasses unter der Straße. „Dadurch reduziert sich die Fließgeschwindigkeit des Baches im Bereich des Durchlasses, mitgeführtes Sediment setzt sich ab und es gibt eine Querschnittsverengung.“

Gleichmäßiges Gefälle

Deswegen wird es nun zu der Barriere kommen: „Wir werden den Bach neben den Teich legen“, erklärt Bernd Willeke den wichtigsten Schritt. Der Bach wird grundgeräumt, das Gefälle vergleichmäßigt. Einen kleinen Übergang wird es in den Teich geben, aber nicht aus dem Teich wieder heraus. Die Fließgeschwindigkeit wird dadurch nicht behindert.

Aber auch den beiden Teichen geht es ans Eingemachte, und zwar an die dicke Sandschicht. „Diese werden zunächst entschlammt und tiefer gemacht“, berichtet Willeke. Die Oberflächengröße wird reduziert. Der Laubecker Bach wird dann seitlich an den Teichen vorbeigeführt. Dadurch soll er in den warmen Monaten nicht mehr so aufheizen oder gar austrocknen.

Stattfinden werden die Bauarbeiten dann im September und Oktober. Früher sind solche Eingriffe durch Schutzbestimmungen für die Tierwelt nicht erlaubt. „Hier wird es dann zeitweise zu Einschränkungen kommen, da wir auch die Anschlusswege wieder ertüchtigen werden“, berichtet Willeke abschließend. Dann können sich die Heide-Anwohner auf einen schönen sanierten Park zum Verweilen freuen und daran, dass der Laubecker Bach dann endlich auch EU-korrekt fließt.