Lage an Heiligenhauser Asylbewerberheim eskaliert

Nacht für Nach muss die Feuerwehr zur Ludgerusstraße: Die Flammen inzwischen an der Außenwand des Übergangswohnheims angekommen.
Nacht für Nach muss die Feuerwehr zur Ludgerusstraße: Die Flammen inzwischen an der Außenwand des Übergangswohnheims angekommen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fünf Einsätze in zwölf Tagen: Die Feuerwehr rückt immer häufiger zum Asylbewerberheim in Heiligenhaus aus. Immer wieder werden Mülltonnen und andere Gegenstände in Brand gesetzt. Die Stadt erstattet Anzeige, der Bürgerverein sorgt sich um die Bewohner und fordert mehr Schutz für Menschen und Gebäude.

Heiligenhaus.. Es vergeht mittlerweile kaum noch eine Nacht, in der die Feuerwehr nicht zur Ludgerusstraße ausrücken muss. Nach einer Reihe von brennenden Mülltonnen sind die jüngsten Brandspuren aus der Nacht von Montag auf Dienstag inzwischen an der Hauswand angekommen.

Schwarzer Ruß führt vom Vordach über dem Eingang zum Übergangswohnheim für Asylbewerber hinauf zum Küchenfenster und auch in den großen Raum hinein. „Man muss ja Angst haben, dass Schlimmeres passiert“, sorgt sich Helmut Stypa, Vorsitzender des Bürgervereins Am Hanholz, in erster Linie um die Heimbewohner, aber auch um deren Nachbarn, „es fehlt nicht mehr viel.“

Gefahr für Menschenleben wird offenbar ignoriert

Es war das fünfte Feuer innerhalb von zwölf Tagen. Wer es gelegt hat, kann nicht gesagt werden. Aber eine Botschaft an die Stadt ist angekommen: „Es wird gezielt Stimmung gemacht“, sieht Bürgermeister Dr. Jan Heinisch ein Einmischen von Nicht-Bewohnern, „die Zerstörer wollen der Stadt schaden.“ Die Herde wurden inzwischen zum dritten Mal ersetzt, das Küchenmobiliar ist schwer lädiert – „das ist unschön und kostet die Stadt viel Geld“.

Aber: Dass mit dem Feuer Menschen in Gefahr gebracht werden, scheint im Bewusstsein der Verursacher noch nicht angekommen zu sein. Die Überreste eines verkohlten Sofas, eines Herdes, einer Mikrowelle, von Heizkörper und Bilderrahmen (tagsüber sei beobachtet worden, wie alles zusammengetragen wurde, bevor es nachts in Flammen stand) liegen auf dem Schulhof direkt unter einem Baum, der an das Gebäude reicht.

Brandmelder wurden zerstört, Feuerlöscher geleert

Und auch im Inneren der früheren Pestalozzischule sind Feuerlöscher ohne Grund geleert worden (Restspuren des weißen Pulvers liegen immer noch im Treppenhaus), Brandmelder hängen zerstört aus der Wand. Heinisch: „Wir werden das nicht dulden – es wird der Stadt geschadet, vor allem den Bewohnern.“ So habe man bereits Anzeige erstattet und die Zusammenarbeit mit der Polizei gesucht, um den Feuerteufeln das Handwerk zu legen.

Der Bürgerverein verlangt mehr Schutz, zumal sich aus mehreren Gesprächen mit Bewohnern ergeben habe, dass sie Angst hätten vor den wenigen, aber wortführenden Aggressoren. „So geht’s nicht weiter“, ärgert sich Stypa, „wir fordern, dass die Stadtverwaltung endlich Maßnahmen zum Schutz der Menschen und Objekte im gesamten Umfeld der Asylbewerber-Unterkunft in die Wege leitet.“ Heinisch verweist auf die Stadtwacht, mehr könne man nicht machen: „Das sind Straftaten – die zu vermeiden, ist Aufgabe der Polizei.“