Kursangebot in der VHS Heiligenhaus für pflegende Angehörige

„Alter ohne Grenzen“: Unter diesem Motto steht das Frühjahrssemester der VHS Velbert/Heiligenhaus, dessen Programm Laura Jüngst, Jutta Stürck und Beate Buchborn hier präsentieren.
„Alter ohne Grenzen“: Unter diesem Motto steht das Frühjahrssemester der VHS Velbert/Heiligenhaus, dessen Programm Laura Jüngst, Jutta Stürck und Beate Buchborn hier präsentieren.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ende Februar startet der Qualifizierungskurs „Menschen mit Demenz: Wie gehe ich damit um?“in der VHS. Angesprochen sind Angehörige und Ehrenamtler.

Heiligenhaus..  Die Kommunikation mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, gestaltet sich schwierig. Angehörige sind häufig unsicher, wie sie reagieren sollen, deuten unter Umständen aggressives Verhalten falsch. Sie möchten helfen, wissen aber nicht wie.

„Menschen mit Demenz: Wie gehe ich damit um?“ ist ein Qualifizierungskurs betitelt, der von der Volkshochschule Velbert/Heiligenhaus und dem Demenznetz Heiligenhaus angeboten wird. Er beginnt am 25. Februar im Heiligenhauser VHS-Haus am Südring mit einem für jeden offenen Informationsabend.

Es ist der neunte Kurs seiner Art – und man kann schon von einem Erfolgsrezept sprechen. „Die Teilnehmer kommen zunächst sehr zögernd“, erklärt Jutta Stürck, Kursbegleiterin und Fachkrankenschwester. Zwei bis drei Treffen brauche es, bis sich das lege. „Dann heißt es plötzlich ‘Ach, ist die Zeit schon um?’ Der Bedarf ist da, sich auszutauschen, weiter in die Materie einzusteigen.“ Der Qualifizierungskurs werde weiterempfohlen, was ebenfalls für seine Qualität spreche.

Dazu tragen die verschiedenen Referenten bei, die am Infoabend und an acht weiteren Terminen Themen wie Krankheitsbilder, Umgang mit dem erkrankten Menschen, Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung verbliebener Fähigkeiten und rechtliche Aspekte erläutern. Ob Facharzt, Sozialpädagoge oder Tanztherapeutin – die jeweiligen Fachleute ermöglichen eine umfassende Sicht auf die Situationen, in denen sich dementiell erkrankte Menschen und ihre pflegende Angehörige befinden. Stürck: „Mimik und Körperhaltung zu beobachten und zu deuten, ist zum Beispiel sehr wichtig, um mit dem Demenzkranken in Kontakt zu treten.“

Bei der Rund-um-die-Uhr-Betreuung die eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen und um Abschiedserfahrungen, auch darum wird es in diesem Kurs gehen, der nach 31 Unterrichtsstunden mit einem Zertifikat beendet wird.

„Angesprochen am Qualifizierungskurs teilzunehmen, sind neben Angehörigen auch alle Ehrenamtlichen“, betont Beate Buchborn, Fachbereichsleiterin Gesundheit bei der Volkshochschule. Die Fachbereichsleiterin sieht nämlich künftig einen hohen Bedarf an Aufklärung in Sachen Demenz. „Wir haben 1,3 Millionen Erkrankte in Deutschland. Bis 2050 werden es 2,6 Millionen sein.“ Die Angehörigen benötigten dringend Entlastung und Unterstützung – durch ehrenamtlich Tätige. Und junge Menschen hat sie dabei besonders im Blick: Sie könnten sich im Rahmen der Nachbarschaftshilfe mit älteren Menschen beschäftigen. Ältere teilten nämlich gerne ihre früheren Erlebnisse und Erfahrungen mit Jüngeren.

VHS-Schwerpunkt Gesundheitsbereich

„Alter ohne Grenzen“ – das Cover des neuen VHS-Programmheftes mit Bikern auf einem Highway erregt Aufmerksamkeit. „Wir durchbrechen damit das etwas prüde VHS-Image“, sagt VHS-Leiter Rüdiger Henseling. Es symbolisiere den Wunsch, sich im Alter Wunschträume erfüllen zu können. Natürlich habe Alter eine Grenze. „Wir schauen, wo die VHS mit ihren Angeboten dazu beitragen kann, dass Menschen soweit es geht, vital und gesund bleiben.“

Ein Schwerpunkt sei deshalb der Gesundheitsbereich – und da eben auch alles rund um das immer noch häufig tabuisierte Thema Demenz. „Wir sind als Volkshochschule neutral, wir haben beratende und unterstützende Funktion.“ So werde neben dem Qualifizierungskurs erneut in Kooperation mit der Uni Witten-Herdecke der Kurs „Progressive Muskelentspannung für pflegende Angehörige“ angeboten, der sich um die physischen Belastungen kümmert.

Informationen und Beratung

Informationen zum Qualifizierungskurs und zur ehrenamtlichen Arbeit erteilt Jörg Saborni im Rathaus, 02056/ 13-344, j.saborni@heiligenhaus.de