Kultur will Auswärtige gewinnen

Kleine, aber feine Kulturangebote – wie hier in der Dorfkirche – sollen künftig auch in die Nachbarstädte ausstrahlen.
Kleine, aber feine Kulturangebote – wie hier in der Dorfkirche – sollen künftig auch in die Nachbarstädte ausstrahlen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit Ausnahme der beliebten Folk-Konzerte sieht auch der Bürgermeister Qualität noch zu wenig beworben. Und Stephan Nau will „Heiligen-Bande“ knüpfen.

Heiligenhaus..  „Eins gehört zum anderen.“ Von „Synergien“ war mehrfach die Rede, als es in der Vorwoche galt, den neuen Leiter des Kulturbüros vorzustellen – dessen Dreier-Team nun zugleich für Tourismus und die Städtepartnerschaften zuständig ist. Und Stephan Nau, der neue Abteilungsleiter mit siebenjähriger Rathaus-Erfahrung, meint: „Man kann es gar nicht auseinander trennen.“ Sind Kultur und Tourismus in Heiligenhaus also natürliche Verbündete?

Ob und in welchem Umfang das hörens- und sehenswerte Programm des Kulturkalenders auch außerhalb der Kleinstadt „zieht“, wie groß damit das touristische Potenzial der Kultur im Kleinen ist – das lässt sich in Zahlen noch nicht ermessen.

Seit gut einem Jahr erst ist das Programm nun ans Neanderland-Ticket angeschlossen: eine Chance, erstens mehr auswärtige Kunden zu erreichen – und die eigene Strahlkraft genauer ermitteln zu können. „Gefühlt kann man sagen“, so Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, dass die Folkkonzerte auch Publikum aus den Nachbarstädten ziehen. „Ansonsten schmoren wir noch zu sehr im eigenen Saft.“

Die sprichwörtlichen „kleinen, feinen“ Attraktionen – wie in der Dorfkirche Isenbügel – sieht der Bürgermeister und nun auch Kulturdezernent „zu wenig beworben“. Das soll anders werden. Stephan Nau, der studierte Kommunikations-Technologe, arbeitete vor seiner Zeit in Heiligenhaus als Freiberufler, war zunächst auf Teilzeit-Basis im Rathaus eingestiegen für die Arbeit am Panorama-Radweg. Ortsgrenzen überschreitende Projekte sind sein Metier. Ein neues, potenziell großes kündigte er zum Einstand im Kulturbüro bereits an: Der 46-Jährige will „Heiligen-Bande“ knüpfen. Gemeint ist jenes Dutzend Orte, von Heiligenhafen bis Heiligendamm, das die „Heiligen“ im Namen führt.

Viel vor am Neanderland-Steig

Die naheliegende Frage, was denn den Nobel-Badeort an der Ostsee mit Heiligenhaus verbinden könnte (außer den ersten acht Buchstaben), beantwortet Michael Beck, der Erste Beigeordnete, munter: „Der nächste G 7 / G 8-Gipel, ist doch klar!“

Nun, tatsächlich wird der neue Kultur- und Tourismus-Förderer im Kleineren wirken. „Wir streben viel an für den Neanderland-Steig“, sagt Stephan Nau. „Das wächst.“ Neue Spielstätten für die Kultur möchte er dauerhaft erschließen und nennt die Arena des erst im Mai eröffneten Hefelmann-Parks. „Es soll mehr sein als bisher.“

Dafür braucht der Chef des Kulturbüros viele Verbündete. Schließlich ist er – mit Ausnahme der klassischen Konzerte im großen Sitzungssaal des Rathauses – immer Gast: in Kirche und Museum, Club oder Schule.