Kommentar

Kultur mit Werbe-Effekt

Alle sozusagen puristisch Kulturbegeisterten müsste es ja eigentlich grausen: Sollte Kultur nicht Sinn und Zweck in sich haben – und damit viel mehr sein als ein Extra-Schmankerl im Tourismus-Konzept der Stadt? Sollte sie.


Nur leider lässt sich so puristisch kein Kulturangebot ungeschmälert aufrecht erhalten. In Zeiten, bei denen aufs Stichwort „Kultur“ sogleich das mahnende Wort-Doppel „freiwillige Leistung“ folgt, kann es nicht verkehrt sein, auch Argumente für Menschen zu sammeln, die zuallererst in Kosten-Nutzen-Rechnungen denken.


Also, bitte: Kultur kann auch Werbe- und Imageträger sein. Sie kann (aber in Zahlen ist das noch nicht nachgewiesen) Menschen nach Heiligenhaus holen, die sonst daran vorbeifahren. Und einem sechsstellig defizitären Veranstaltungs-Programm kann natürlich jeder auswärtige Gast nur gut tun.


Stephan Nau hat sich viel vorgenommen, soll seine Aussage über Kultur und Tourismus / Stadtmarketing wirklich zutreffen: „Eins gehört zum anderen. Man kann es gar nicht auseinander trennen.“ Eins bleibt ohnehin gültig – soweit man auch über den Gartenzaun hinaus ausstrahlen will: Das äußerst ansehnliche, kompakte Programm des Kulturkalenders ist zuerst ein Angebot für die Bürger der Stadt. Sie müssen sich nur interessieren.

Mehr lesen