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„Kochen ist kreatives Chaos“

28.04.2012 | 16:37 Uhr
„Kochen ist kreatives Chaos“
Foto: Detlev Kreimeier WAZ FotoPool

Heiligenhaus.   Nadine Yvonne Jeners verteilt Zutaten gerne um sich herum – beim Malen und am Herd.

„Etwas Rotes, Frisches gehört für mich auf jeden Fall dazu“, sagt Nadine Yvonne Jeners. Damit meint die passionierte Künstlerin nicht nur ihre Farbpalette – sondern auch ihren Kochtopf. Und hier speziell die Tomaten. „Ich liebe Tomaten, Salat und Pasta“, schwärmt die 35-Jährige.

Denn Tortellini, Spaghetti, Fusilli & Co. stehen bei Nadine Jeners für ein gemütliches Essen: Mit Freunden am Tisch sitzen, Wein trinken (natürlich roten und am liebsten spanischen Rioja) – und viel Zeit miteinander verbringen, quatschen. Dazwischen wird gegessen. „So stelle ich mir ein schönes Abendessen vor“.

Damit ihr das daheim auch auf jeden Fall gelingt, bedarf es allerdings schon eines Rezeptes. Ohne sei sie etwas aufgeschmissen, gesteht Jeners, die allerlei Kochbücher in ihrer offen gestalteten Küche versammelt hat. „Die klassische Lasagne kann ich, bei allem anderen brauche ich aber die Sicherheit.“ So liegt neben dem Herd stets ein aufgeschlagenes Buch, sind die erforderlichen Utensilien wie Löffel, Messer, Gewürze etc. rund herum verteilt.

Typographie als künstlerisches Leibgericht

„Das ist wie beim Malen, da arbeite ich auch so. Malen und Kochen, das ist übrigens einander nicht unähnlich“, findet sie und konkretisiert die Parallele: Man probiere ganz viel aus, erweitere die Kreation, füge mancherlei Ingredienzien hinzu – bis zum fertigen Gericht bzw. zum vollendeten Bild. „So wie ich einen kleinen Strich auf der Leinwand zu perfektionieren versuche, so kann ich auch in der Küche die Gurken mit Akribie schneiden.“ Letzteres überlasse sie allerdings gerne ihrem zehnjährigen Sohn. „Der kann besser kochen als ich“, sagt sie nicht ohne Stolz. Gemeinsam gestalten beide das „kreative Chaos“, wie es die Künstlerin sieht.

Die Künstlerin, die hauptberuflich auf dem Feld Marketing tätig ist, liebt die Gegensätze. Schwarz und Weiß, klein und groß, gerade und geschwungen. Die Typographie ist ihr künstlerisches Leibgericht, das sie immer wieder beim Malen inspiriert.

Rastloses New York

Zu sehen zum Beispiel in der Ausstellung „Elements of Abstraction“, die derzeit in einer New Yorker Galerie läuft. New York, das bedeute Tempo, Extreme, Shopping, Fast-Food. Kein gemütliches Beisammensitzen, kein ausgedehntes Speisen. Der Bagel, das Brötchen mit dem Loch, belegt mit (roten) Tomaten und Mozzarella, das mag die Heiligenhauserin am liebsten, wenn sie durch Manhattan läuft. Nicht schlendert. „Man passt sich an. Aber das gefällt mir. So bin ich auch: rastlos.“

Daheim wartet das nächste Projekt: ein Kochexperiment. „Ich möchte lernen, wie man Brot backt!“ Einige Versuche seien fehlgeschlagen. „Aber das kriege ich schon hin“, sagt sie und verteilt schon mal die Zutaten um den Herd. . .

Petra Treiber

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2012-04-28 16:37
Heiligenhaus