Knochenjob bei Dauerfrost
13.02.2012 | 17:10 Uhr 2012-02-13T17:10:00+0100
Heiligenhaus. Erschwerte Bedingungen: Auf den Friedhöfen dauert der Grabaushub wegen des knallharten Bodens derzeit doppelt so lang.
Dauerfrost sorgt nicht nur für rote Nasen und kalte Füße, sondern auch für erschwerte Arbeitsbedingungen bei den Friedhofsmitarbeitern. Wenn auf den örtlichen Friedhöfen Gräber ausgehoben werden müssen, ist seit einigen Wochen nämlich durchaus Schwerstarbeit gefragt. Denn auch bei Dauerfrost müssen die Verstorbenen in einem 1,80 Meter tiefen Grab bestattet werden.
Vier Gräber heben die Mitarbeiter an der Kettwiger Straße – auf dem evangelischen Friedhof und dem katholischen gleich nebenan – pro Woche etwa aus. Und das dauert Dank des festgefrorenen Bodens gleich doppelt so lange wie sonst. „Zwei Mitarbeiter sind etwa sechs Stunden mit einer Grabstelle beschäftigt“, berichtet Friedhofsverwalter Hans Fernau der WAZ Heiligenhaus.
Mit dem Presslufthammer lösen die Angestellten per Hand zunächst die oberste Erdschicht ab. „Das sind 20 bis 30 Zentimeter“, so Fernau. Bis in diese Tiefe ist das Erdreich derzeit gefroren. Und bis dahin ist auch Handarbeit gefragt. Erst wenn die Gräber mit ihrem Hammer auf weicheres Erdreich stoßen, kommt der Bagger zum Einsatz. Dann wird es für die Friedhofsmitarbeiter Dank der Maschinenkraft leichter. An gefrorener Erde beißt sich das schwere Gerät jedoch regelmäßig die Zähne aus. „Die packen das einfach nicht“, stellt Hans Fernau fest.
Festgefrorene Bepflanzung
Problematisch bei den Minus-Temperaturen ist jedoch nicht nur der knallharte Boden. Auch festgefrorene Bepflanzungen und im Untergrund verankerte Grablaternen machen den Friedhofsmitarbeitern deutlich mehr zu schaffen als in wärmeren Jahreszeiten. Denn die überwiegende Zahl der Verstorbenen wird in einer bereits bestehenden Grabstelle – mit entsprechendem Bewuchs – bestattet. „Im Normalfall nehmen wir die Pflanzen einfach raus und setzen sie später wieder ein. Jetzt müssen wir die Büsche mit dem Presslufthammer lösen“, erklärt der Friedhofsverwalter.
Wenn sich die Frostperiode, wie Anfang der Woche passiert, verabschiedet, machen Fernau und seine Mitstreiter die sprichwörtlichen drei Kreuze. „Das ist richtig anstrengend“, sagt Fernau. Zusätzlicher Schnee in so großen Mengen wie im vergangenen Winter 2010/2011 wäre jedoch eine noch schlechtere Variante.
Der Friedhofsverwalter hofft, dass die momentane Wetterlage nicht bis Anfang März hält, denn dann beginnt turnusgemäß wieder die Grabpflege. Die liegt im Winter generell auf Eis. Zum Osterfest aber sollten die Gräber schon frisch bepflanzt sein. „Da Ostern dieses Jahr sehr früh liegt, könnte das ein Problem werden“, sagt Hans Fernau.
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