Klingeln für den guten Zweck

Die 60 Sternsinger sind schon ganz aufgeregt. Wer besucht werden möchte, kann dies auch gern anmelden.
Die 60 Sternsinger sind schon ganz aufgeregt. Wer besucht werden möchte, kann dies auch gern anmelden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Aussendungsgottesdienst wurden 60 Sternsinger losgeschickt. Bis zum 10. Januar werden sie in Heiligenhaus unterwegs sein.

Heiligenhaus..  Da war schon ein Schmunzeln in den Reihen der Kirchgänger. „Milch, Gries, Apfelmus“, zählten die Sternsinger auf, als Martina Wolff vom Pastoralteam sie beim Aussendungsgottesdienst in St. Ludgerus fragte, was sie am liebsten essen. Ein Beispiel an Genügsamkeit.

Der Tenor der übrigen Messfeier war indes ein ernster. Denn vielerorts auf der Welt haben die Menschen kaum das, was man für die Genügsamkeit bräuchte. „Unser tägliches Brot gib uns heute“, lautete diesmal das Motto. Pater Mathew Mattathil erinnerte am Ende dieses weltpolitisch heillosen Jahres an all jene, die nicht einmal das Nötigste haben, „in diesem Bewusstsein feiern wir die Messe“.

Ernste Worte aus der Lesung

Die Lesung aus dem Brief Jacobi an die Diaspora nahm die Gemeinde gar noch deutlicher ins Gebet: „Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das?“ Und weiter heißt es vom Heiligen Jacobus: „Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke?“

60 Sternsinger sind unterwegs

Materieller Hintergrund dieser geistlichen Einschwörung ist die eben angelaufene Sternsinger-Aktion in Heiligenhaus. Seit der gestrigen Aussendung sind wieder gut 60 Kinder im Stadtgebiet unterwegs, klingeln an Türen und bringen den Aufkleber „20*C+M+B+15“ für den Türrahmen. Das ist Latein und soll bedeuten: „Christus, segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus.“

Wichtiger Bestandteil der Aktion ist für die jungen Christen auch die Spendensammlung. Im vergangenen Jahr kamen in ganz Heiligenhaus über 30 000 Euro zusammen, sagt die Gemeinde.

Spenden gehen nach Brasilien

Das Spendengeld soll auch diesmal an Pater James Kuruseri, einen Mitbruder von Pater Mattathil in Nordindien, und an Bischof Bernardo Johannes Bahlmann im brasilianischen Óbidos gehen; beide unterstützen Projekte für notleidende Kinder und Familien.

Die Sternsinger-Aktion läuft bis zum 10. Januar. Adresslisten, wo die Kinder an welchem Tag klingeln werden, haben sie nicht. „Das teilen sie sich selber ein“, sagt Martina Wolff. Wer ganz sichergehen will, dass die Sternsinger vorbeikommen, kann seinen Besuchswunsch auch telefonisch äußern.