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Klage - in Heiligenhaus fehlen Sitzgelegenheiten für Senioren

27.07.2012 | 08:00 Uhr
Klage - in Heiligenhaus fehlen Sitzgelegenheiten für Senioren
Dieses Sitzmöbel aus Metall macht älteren Leuten das Aufstehen schwer, findet Rita Slawitzki.Foto: Rieck

Heiligenhaus.   Leserin Rita Slawitzki beklagt den Umgang mit der älteren Generation. Kaum altengerechte Sitzgelegenheiten seien für Senioren in Heiligenhaus vorhanden. Mit ihrer Meinung ist sie nicht alleine.

Wer zu Fuß in der Stadt unterwegs ist, will auch mal verschnaufen. Doch dazu fehlt zwischen Rathausplatz und Kirchplatz die (Sitz-)Gelegenheit. Das findet jedenfalls Rita Slawitzki. Gerade an Markttagen tummeln sich die Passanten am Taxi-Stand an der Hauptstraße. Dort steht zwar seit einiger Zeit eine Bank – für Senioren sei sie aber völlig ungeeignet findet die Heiligenhauserin.

Mitdenken erwünscht

Mit ihrer Meinung ist sie nicht alleine. Gerade lässt sich eine ältere Dame mit Krückstock auf der grauen Metallbank nieder – und kommt kaum wieder hoch. Viel zu tief sei die Bank, Rücken- und Armlehnen fehlten komplett. „Das ist nicht in Ordnung. Mindestens zehn Zentimeter fehlen da“, sagt die Seniorin. Deshalb nutzt manch ein älterer Passant auch lieber die vor dem angrenzenden Supermarkt aufgestapelten Blumenerdesäcke zur Verschnaufpause. „Der Inhaber ist sehr nett und stellt auch mal einen Stuhl nach draußen“, hat Rita Slawitzki beobachtet.

Ihr Blick verdunkelt sich, als sie Richtung Aldi-Passage guckt. Dort blockiert seit Monaten ein Gerüst den Gehweg, die dort befindliche Sitzgelegenheit wurde gleich mit eingerüstet und ist deshalb seit Monaten unbrauchbar. „Die Bank macht mich richtig fuchtig“, sagt sie. Warum da keiner mitdenke und sie vorher umsetzte. Denn entlang der Hauptstraße fehlten eindeutig Sitzmöglichkeiten für ältere Leute. „An Markttagen und bei Regen ist es richtig schlimm“, sagt sie. Denn gerade dann nehmen viele das Taxi für den Heimweg.

Ungerechtigkeiten

Ihr schwer behinderter Mann habe die Tage eine dreiviertel Stunde am Taxi-Stand warten müssen, ohne adäquate Sitzgelegenheit sei das eine Zumutung. „Ältere Leute können einfach nicht mehr so lange stehen“, ärgert sich Rita Slawitzki. Mit ihren 73 Jahren ist sie noch richtig flott und forsch. Doch nicht alle Altersgenossen erfreuen sich noch so guter Gesundheit. Und für die setzt sich die ehemalige Politesse gerne ein. „Ich bin gerade raus und Ungerechtigkeiten kann ich gar nicht vertragen“, sagt sie. Schon oft habe sie hier Leute von der Bank hochgezogen.

Die Heiligenhauserin zückt einen Zettel. „7782 Senioren über 60 Jahre gibt’s in Heiligenhaus“, liest sie vor. Die Zahl hat sie sich im örtlichen Bürgerbüro besorgt. „Diese Leute lassen das meiste Geld in der Stadt“, weiß sie aus vielen Gesprächen und Beobachtungen. Was man als älterer Mensch vor Ort erledigen könne, erledige man auch vor Ort. „Das kenne ich doch von mir selbst“, sagt sie. Denn wie viele in ihrem Alter sei sie einfach nicht mehr so mobil. „Für die ältere Generation wird hier viel zu wenig getan“, beklagt Slawitzki. Über ihre Altersgruppe mache man sich bei der Stadt viel zu selten Gedanken. In Heiligenhaus werde einfach am falschen Ende gespart. Das fange bei den Sitzplätze an der Hauptstraße an.

Geschwungene Holzbank

Da werde viel Geld für die neuen Beton-Sitzgelegenheiten ausgegeben, die wegen der fehlenden Lehnen der „letzte Quatsch“ seien. Stattdessen solle man lieber mal ein paar „vernünftige Bänke“ in Heiligenhaus aufstellen.

Besonderen Gefallen hat Rita Slawitzki an der hübsch geschwungenen Holzbänken gefunden, die jetzt am Panoramaradweg steht. Ganz so pompös müsse es ja nicht sein. Die Bank an der beliebten Freizeitstrecke wäre grundsätzlich aber sehr altengerecht. Da könne man als älterer Mensch nicht nur bequem ausruhen, sondern auch wieder aufstehen. Ganz ohne Verrenkungen und fremde Hilfe. So bleibt die Verschnaufpausen für Senioren auch eine Verschnaufpause – und endet nicht in einer unnötigen Kraftanstrengung.



Kommentare
27.07.2012
08:50
Klage - in Heiligenhaus fehlen Sitzgelegenheiten für Senioren
von inserv | #1

Genau, mehr Sitzgelegenheiten. Nicht nur für Senioren, sondern auch für Jüngere! Am besten direkt mit einem Tischen, auf das man das beim Discounter gekaufte Bierchen stellen kann.

Und was noch mehr fehlt, sind die Parkplätze für Motorroller und Motorräder!

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