Kettwiger Kammerchor begeistert in Heiligenhaus

Der Kammerchor Kettwig führt anlässlich seines 50-jährigen Bestehens in der Suitbertuskirche Heiligenhaus zusammen mit Schülern des Kettwiger Theodor-Heuss-Gymnasiums John Rutters „Mass of the Children“ auf.
Der Kammerchor Kettwig führt anlässlich seines 50-jährigen Bestehens in der Suitbertuskirche Heiligenhaus zusammen mit Schülern des Kettwiger Theodor-Heuss-Gymnasiums John Rutters „Mass of the Children“ auf.
Foto: WAZ FotoPool
Zum 50-jährigen Bestehen gab der Chor aus der Nachbarstadt ein Konzert in St. Suitbertus. Das Publikum war ergriffen, es gab stehende Ovationen.

Bekannt wurde der Klangkörper aus der Nachbarstadt durch seine brillanten Interpretationen der klassischen Chorliteratur. Wer bei dem renommierten Kettwiger Kammerchor gleich an Bach, Mozart oder Haydn denkt, liegt falsch, ebenso wer bei Leonard Bernstein nur an Broadway und Musicals denkt.

Anspruchsvolle Aufgabe gemeistert

Der 1990 verstorbene amerikanische Komponist verfasste 1965 „Chichester Psalms“, eine Auftragsarbeit für die gleichnamige südenglische Kathedrale. Obwohl Skizzen aus der West Side Story in das Werk einflossen, gilt es unter Chorsängern als besonders schwierig, besonders für die Tenöre, die wegen der rhythmische Komplexität und des extremen Tonumfangs besonders gefordert sind. Hinzu kommt, dass die Psalmen in der hebräischen Originalfassung gesungen werden – eine anspruchsvolle Aufgabe, die der Chor souverän bewältigte. Die biblisch bedeutende Zahl sieben beherrscht das Werk durch die häufig auftretende Septime als Intervall und den viel verwendeten 7/4 Takt. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt des Knabensolisten Johannes Roer.

Als nächstes versetzte Chorleiter Joachim Weller seine Zuhörer in die Zeit der Romantik. Die Hymne „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelsohn Bartholdy hatte der Kammerchor regelmäßig in seinen Programmen, deshalb sollte es beim Jubiläumskonzert nicht fehlen. Die Routine war der Aufführung anzumerken, perfekt war der Dialog zwischen dem Chor und der Sopranistin Katrin Müller. Die warme und milde Abendsonne, die nach einem verregneten Maitag von Westen durch die Buschschulte-Fenster schien, unterstrich die Harmonik des Werkes.

Freude des gemeinsamen Singens

Seit seiner Gründung stellt der Kettwiger Kammerchor die Freude des gemeinsamen Singens in den Vordergrund und möchte damit junge Menschen begeistern. Das ist ihm bei dem Stück mit dem passenden Namen „Mass of the Children“ von John Rutter bestens gelungen. Zusammen mit Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums Kettwig wuchs der Kammerchor zu einem großen Klangkörper, unterstützt durch die Mitglieder der Essener Philharmoniker.

Ein lebhafter Wechsel fand hier statt zwischen dem Kinder- und Jugendchor, den Erwachsenenstimmen, der Sopranistin Katrin Müller und dem Bariton Gregor Finke, hinreißend unterstützt durch die Instrumentalisten. Zwischendrin übergab Weller das Dirigat an Oliver Wölbern, den engagierten Musiklehrer des Gymnasiums.

Nachdem das letzte „Dona nobis pacem“ verklang, waren die Heiligenhauser so ergriffen, dass sich zuerst nur langsam Applaus erhob, der sich dann zu stehenden Ovationen mit Bravo-Rufen entwickelte und dem Chor als Zugabe dann noch ein „Gloria“ abtrotzte.

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