Keine Groschen-Gebühr

Münzgeld wiegt schwer: Woche für Woche tragen die Heiligenhauser 500 Kilogramm zur Sparkasse.
Münzgeld wiegt schwer: Woche für Woche tragen die Heiligenhauser 500 Kilogramm zur Sparkasse.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wegen einer Bargeldprüfverordnung erheben viele Kreditinstitute seit Jahreswechsel eine saftige Gebühr. Kleingeldsparer nicht extra zur Kasse gebeten.

Heiligenhaus..  Wer spart, legt drauf. Das gilt seit dem Jahreswechsel in vielen Kreditinstituten – wenn’s ums Kleingeld geht. Grund dafür ist eine Bargeldprüfverordnung der Deutschen Bundesbank, die zum Jahresbeginn vollständig in Kraft getreten ist. Neben Banknoten müssen nun auch Münzen auf ihre Echtheit geprüft werden.

Für die Einzahlung von Hartgeld verlangen Banken und Sparkassen deshalb zukünftig eine Gebühr. Die Sparkasse Duisburg beispielsweise nimmt pauschal fünf Euro von den Münzsammlern. Auch die Sparkassen im Raum Köln-Bonn bitten die Kleingeld-Sparer künftig zur Kasse. Kunden der Kreissparkasse Düsseldorf können ihre Spargroschen jedoch weiterhin einzahlen, ohne dafür extra zur Kasse gebeten zu werden. Das bestätigte Kreissparkassen-Pressesprecher Lutz Strenger auf Nachfrage der WAZ. „Wir sehen das als Kundenservice an“, so Strenger.

Wöchentlich 500 Kilo Hartgeld

Jedes Kreditinstitut lege autonom fest, ob es die durch die Prüfung des Hartgeldes entstehenden Kosten an seine Kunden weiter gebe. Wie hoch der Mehraufwand durch die neu angeordnete Prüfung ist und welche Kosten der Kreissparkasse Düsseldorf dadurch entstehen, lasse sich noch nicht beziffern, erklärt Strenger. Andere Kreditinstitute rechnen hingegen mit enormen Summen.

Genau beziffern lässt sich hingegen die Hartgeld-Summe, die die Heiligenhauser 2014 im Münzautomaten der Sparkassen-Hauptstelle in der Innenstadt versenkten: 1,2 Millionen Euro. „Damit ist der Automat in Heiligenhaus der am meisten frequentierte der Kreissparkasse“, sagt Lutz Strenger.

Pro Woche schleppen die Heiligenhauser rund 500 Kilogramm Münzen ins Geldinstitut. 500 Kilo Hartgeld, das der Automat schluckt und dem Konto des Einzahlers gutschreibt. Ein Sicherheitsdienst holt die gesammelten Münzen ab. Dabei bringen neben zahlreichen Privatsparern auch viele Geschäftskunden ihr Kleingeld zur Sparkasse. Unter ihnen sind Büdchenbesitzer, Gaststättenbetreiber und Einzelhändler. Früher habe der Handel extrem viel Kleingeld zur Bank gebracht, erinnert sich Pressesprecher Lutz Strenger. „Viele Kunden zahlen heute aber schon Kleinstbeträge mit Karte.“ Somit lande auch weniger Hartgeld in den Ladenkassen.

Die Sparkassenmitarbeiter, die das Bargeld der Geschäfts- und Privatkunden annehmen, machen das mit geschulten Augen. Einzahlungen von Münzgeld sind nämlich nicht nur am Automaten, sondern auch am Schalter möglich. Dazu nutzen die Kunden „Safebags“, das sind stabile und verschließbare Plastiktüten, die sehr viele Münzen fassen können. „Das Geld wird bei einem externen Dienstleister gezählt“, erklärt Lutz Strenger. Mit einigen Tagen Verzögerung landet die eingezahlte Summe dann auf dem Konto des Sparers – ohne Abzug der Groschen-Gebühr.