Keine eingestaubten Bücher

Würden sich über weitere Helfer freuen: Brigitte Flormann und Hildegard Kirchner leiten die katholischen Pfarrbüchereien.
Würden sich über weitere Helfer freuen: Brigitte Flormann und Hildegard Kirchner leiten die katholischen Pfarrbüchereien.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Hildegard Kirchner und Brigitte Flormann kümmern sich liebevoll um die Pfarrbücherein von St. Ludgerus und St. Suitbertus.

Heiligenhaus..  Brigitte Flormann hat einen der ungewöhnlichsten Ausblicke in Heiligenhaus. Von ihrem Schreibtisch im Gemeindezentrum St. Suitbertus aus blickt sie auf 2000 Bücher. Am anderen Ende der Hauptstraße, in der Bibliothek von St. Ludgerus, stehen zwar nicht ganz so viele Bücher, dafür sind auch sie oftmals brandaktuell.

Kriminalromane, bei denen Blut aus jeder Seite tropft, seichte Schmöker zum Schmunzeln oder Kochbücher, die dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen – in den beiden katholischen Gemeindebüchereien können Bücherwürmer nach Herzenslust stöbern. Allerdings müssen die Lesewerke gehegt und gepflegt werden, dafür suchen Brigitte Flormann und Ursula Kirchner ehrenamtliche Helfer.

Bücher heraus geben, Bücher wieder annehmen, neue Bücher bestellen und den Besuchern der Büchereien mir Rat und Tat zur Seite stehen: Über Langeweile können sich Brigitte Flormann und Ursula Kirchner nicht beschweren. In St. Ludgerus und St. Suitbertus gibt es immer etwas zu tun – selbst, wenn gerade niemand auf der Suche nach neuen Lesestoff zwischen den Regalen umherstreift.

Anzahl der Freiwilligen überschaubar

Im Moment ist die Anzahl der Freiwilligen überschaubar. „Mit mehr Mitarbeitern könnte man sich beim Dienst öfter abwechseln“, weiß Ursula Kirchner, Herrin über die Bücher von St. Ludgerus. Sich in das System einzuarbeiten. sei auch nicht schwierig. „Es ist learning by doing. Am besten fangen Anfänger mit der Ausleihe an. Das funktioniert alphabetisch mit Karten“, erklärt Flormann, die die Bücherei von St. Suitbertus leitet.

Interessenten werden aber natürlich nicht sofort allein auf die Bücher losgelassen. Sie haben die Möglichkeit, in die Abläufe der jeweiligen Bücherei hineinzuschnuppern. Außerdem steht gerade in der Anfangszeit ein erfahrener Mitarbeiter an der Seite der Neulinge und hilft ihnen dabei, sich in das System einzuarbeiten.

„Die Ehrenamtlichen können sich dann gerne auch mit eigenen Ideen einbringen, die über die Bücherei hinausgehen“, erklärt Kirchner. In St. Ludgerus gebe es zum Beispiel ein Frühschoppen und eine Vorlesezeit mit den Kindergartenkindern. Besondere Vorkenntnisse müssen Interessenten nicht mitbringen. Kirchner: „Sie sollten allerdings gerne mit Menschen zusammenarbeiten, guter Kontakt zu den Besuchern ist sehr wichtig. Wir werden oft angesprochen, auch wenn es um Empfehlungen geht.“

Bevor glückliche Leseratten ein Exemplar mit nach Hause nehmen können, muss es erstmal auf der Bestellliste landen. Denn alle Schmöker suchen die Mitarbeiter der Büchereien selbst aus. „Da steckt sehr viel Herzblut drin. Natürlich bringt man auch eigene Vorlieben rein, aber es ist wichtig, was hier gern gelesen wird“, erklärt Flormann. Dabei würden die beiden Pfarrbücherei-Leiterinnen gerne auch ein paar jüngere Geschmäcker berücksichtigen. Eine Altersgrenze gibt es beim Ehrenamt in den Büchereien nämlich nicht. „Wir würden gerne ein jüngeres Publikum ansprechen. Denn die Büchereien sind nicht eingestaubt, ganz im Gegenteil, wir sind sehr aktuell“, beschreibt Kirchner. Damit das auch so bleibt und die Bücherei durch neue Ideen immer wieder aufgefrischt wird, ist der Einsatz der Ehrenamtler gefragt.