Junge Heiligenhauser nehmen Frühling unter die Lupe

Im Entdeckercamp bastelten alle 24 Kinder bunte Spechte, im Vordergrund Frieda und Ilias.
Im Entdeckercamp bastelten alle 24 Kinder bunte Spechte, im Vordergrund Frieda und Ilias.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach einer Woche im Entdeckercamp des Umweltbildungszentrums sollen Jungs und Mädchen „wild aussehen“, für Förster Johannsen ein Muss.

Heiligenhaus..  Das Entdeckercamp hat sich bestens bewährt und fand so in den Osterferien zum wiederholten Male im Umweltbildungszentrum statt – ein spannendes Erlebnis in der Natur für Grundschüler unter der Anleitung des Försters.

Eine laute Fanfaren-Melodie tönt durch die Umgebung rund um das Umweltbildungszentrum. Vor der Feuerstelle steht Förster Hannes Johannsen, in der Hand ein Jagdhorn. „Jetzt wissen alle Bescheid, dass sie kommen sollen“, erklärt der Pädagoge und Naturschützer. Tatsächlich rennen Kinder aus allen Richtungen herbei.

Die zweiten Woche der Osterferien verbringen 30 Kinder im Grundschulalter in der Natur. „Wir sind in dieser Woche nur draußen gewesen“, freut sich Johannsen, „das wollen die Kinder auch so“. – „Wir sind voll im Baufieber“, ruft Ilyas fröhlich dazwischen. Aufgeregt berichtet er: „Wir bauen eine Brücke aus Holz. Eigentlich bauen wir hier alles aus Holz.“ Bei so viel Action bleibt verdreckte Kleidung nicht aus, obwohl es in der Woche nicht einmal geregnet hat. Ein kleiner Entdecker macht sich bereits Sorgen um sein Aussehen auf dem Foto: „Ich bin so dreckig, so kann ich doch nicht in die Zeitung.“

„Also ich hoffe doch, dass sie wild aussehen, so müssen sie hier sogar aussehen“, lacht Johannsen. Besonders am letzten Tag des Entdeckercamps spielt das Wetter noch einmal bestens mit. Bei fast sommerlichen Temperaturen und der vielen Bewegung im Freien wird manchem Grundschüler mächtig heiß. „Hannes, kannst du gleich den Wasserschlauch holen?“, wollen einige wissen.

Zum Mittagessen treffen sich alle Kinder und die fünf Betreuer an der Feuerstelle. Dieser Termin ist der einzig feste am Tag. Die anderen Stunden können frei nach Lust und Laune gestaltet werden. „Wir hatten dieses Mal wieder Thementage“, erzählt Johannsen. Geprägt wurden die Aktionen in den ersten Tagen durch Mottos, die nach Vögeln benannt sind. „Einen Spechttag, einen Eulentag und einen Krähentag haben wir gehabt“, so der Förster.

Dazu wurde ein Specht an einem Ast gebastelt, wie Pauline erzählt. Die Neunjährige weiß bereits, wo sie den Vogel zuhause hinstellen will: „Der kommt auf den Nachttisch“ erzählt die Schülerin, während sie den Specht in ihren Händen betrachtet.

Am Donnerstag bekamen die Entdecker sogar Gäste. Die ganz kleinen Besucher kamen aus dem Kindergarten in der Heide, erkundeten gemeinsam mit den Grundschülern die Umgebung. „Ich bin wahnsinnig stolz darauf, wie die Kinder das gemacht haben“, gibt der Förster zu. Jedes ältere Kind suchte sich einen Partner aus, konnte sein bereits erworbenes Wissen weiter geben und Verantwortung übernehmen.

Als bleibende Erinnerung ans Camp hat der Pädagoge sich ein besonderes Ritual ausgedacht. „Wir pflanzen jetzt einen Obstbaum, den die Kinder immer wieder besuchen können.“ Eine köstliche Erinnerung – spätestens, wenn in ein paar Jahren die ersten Äpfel geerntet werden können.

Fast alle Kinder waren bereits in den vergangenen Ferien einmal im Entdeckercamp. Auf die Frage, ob sie beim nächsten Mal wieder dabei sein werden, antworten fast alle Schüler mit einem spontanen, lauten: „Ja!“ So geht für viele der jungen Entdecker das große Abenteuer Natur bereits in den nächsten Ferien weiter.