„Jeder Einbruch ist einer zu viel“

Die Polizeiwache am Höseler Platz – als Gebäude sicher eine der hübschesten im Land.
Die Polizeiwache am Höseler Platz – als Gebäude sicher eine der hübschesten im Land.
Foto: Uwe Möller
Was wir bereits wissen
Ulrich Laaser, Leiter der Polizeiwache Velbert, berichtet im Sicherheitsausschuss: Heiligenhaus glänze mit „hervorragend niedrigen“ Delikt-Zahlen.

In der Polizeistatistik steht nur Wülfrath als kleinste Stadt des Kreises Mettmann in einigen Rubriken noch besser da. Gut gelaunt präsentierte der Leiter der Polizeiwache Velbert jetzt vor den Politikern im Ausschuss für Bürgerservice und Sicherheit die „hervorragend niedrigen Zahlen“ zu Straftaten in Heiligenhaus. Ulrich Laaser, Erster Polizeihauptkommissar, ist selbst Bürger der Stadt und eröffnete seinen Überblick so: „Es bereitet mir Freude, unsere Ergebnisse darzulegen“ – die eine hohe Aufklärungsquote zusätzlich aufwertet.

Einbrecher kommen oft tagsüber

Einbrüche, so der Chef der für Heiligenhaus und Velbert zuständigen Wache, seien für den betroffenen Bürger „eines der schwerst wiegenden Delikte: Wer einmal heimgesucht wurde, den trifft es tief.“ Schließlich komme zum materiellen Schaden das Eindringen in die Privatsphäre. Es führt zu einer tiefen Verunsicherung.

„Viele Wohnungseinbrüche passieren tagsüber“, mahnte Ulrich Laaser, „auch während Sie im Garten oder auf der Terrasse sitzen“. Vergleichend präsentierte der Polizist die Zahlen für Ratingen und Heiligenhaus: In der größeren Nachbarstadt sank die Zahl der Wohnungseinbrüche von 300 auf 270, hier von 65 auf 60. Nur in Wülfrath gab’s im Vorjahr mit 39 noch weniger Einbrüche ins private Zuhause – „wobei jeder Einbruch einer zu viel ist“, so der Wachleiter.

Mehr Kontrollen rund „um Ultimo“

31 Gewaltdelikte registrierte die Polizei im Vorjahr in Heiligenhaus; 27 im kleineren Wülfrath. Mit 138 Gewalttaten stehe Velbert dagegen deutlich schlechter da. Mord und Totschlag sind darin nicht erfasst – diese Verbrechen bezifferte Ulrich Laaser mit „Null“.

An Straßenkriminalität (sie meint eine ganze Reihe von Delikten vom Taschendiebstahl bis zu Drogenvergehen) zählte die Polizei hier 323 Fälle. Heiligenhaus stehe damit (im guten Sinne) an hinterster Stelle der Kreis-Statistik. Ein Nachteil, der für sehr viele Geldinstitute gilt: „Die Sparkasse hier ist schön offen“, so der Polizist. „Man sieht, wenn Sie Ihr Geld abholen.“ Frage aus dem Ausschuss: Könne die Polizei nicht „um Ultimo“ mehr Präsenz zeigen, weil dann immer noch viele ältere Menschen ihre Rente in bar abholen? Ulrich Laaser will die Anregung aufgreifen. Außerdem warnte der Kommissar vor „Leuten, die mit Klemmbrettern herumlaufen“: Oft seien es weder Markt- noch Meinungsforscher, sondern Trickdiebe.

Ein paar herbe Lacher gab’s für seine Anmerkung: „Wir haben Glück, dass wir noch nicht die Anbindung an die Autobahn haben.“ Schnelle Fluchtwege machen sich vor allem bei Geschäfts-Einbrüchen und -Überfällen bemerkbar. Befürchtungen für die Zukunft mit einer befahrbaren A 44 beschwichtigte er aber: „Große Veränderungen prognostiziere ich nicht.“

„Unsere Streifenwagen stehen in den seltensten Fällen an der Wache“, betont Ulrich Laaser. „Die sind immer im Einsatz.“ Das gelte auch nachts, so der Erste Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiwache Velbert. CDU-Ratsherr Thorsten Thus fragte denn auch prompt nach der Ludgerus­straße – dem Ort des städtischen Asylbewerberheims. „Völlig unauffällig“, antwortete Ulrich Laaser.

Der Polizist sieht die Unterkunft unter skeptischer Bürger-Beobachtung: „Im Urlaub am Mittelmeer ist es für jeden völlig in Ordnung, wenn die Kinder um 22 Uhr noch draußen spielen. Hier ruft man die Polizei.“ Es gebe auch in Heiligenhaus Probleme mit „häuslicher Gewalt“, so der Wachleiter: „Aber nicht dort, wo die Leute vermuten, dass es passiert.“ Gemeint ist: auch in bürgerlichen Ortsteilen.

„Besser als jede Polizei-Präsenz“, sagt Ulrich Laaser, „ist die Wachsamkeit der Nachbarn“. Wer den Eindruck hat, dass Fremde die Nachbarschaft auskundschaften, brauche nur freundlich nachfragen: „Kann ich Ihnen helfen?“ Der Polizist: „Dann ist der weg.“ Der Wachleiter auf eine funktionierende Nachbarschaft: „Hier kümmert man sich umeinander.“