Jecke Weiber unter sich
12.02.2010 | 20:28 Uhr 2010-02-12T20:28:00+0100
Heiligenhaus.Bunt, laut und ausgelassen: So gingen die Veranstaltungen an Altweiber über die Bühne. Im Pfarrheim von St. Suitbertus und im „Ratskeller“ hauten ausschließlich Damen auf die Pauke und genossen die männerfreie Zeit.
„Es ist einfach ausgelassener so ohne Männer“, meint Barbara Ciongwa (36) und grinst ihren beiden Freundinnen zu. Gemeinsam feiern die drei im Pfarrheim St. Suitbertus, lassen sich von der tollen Laune der anderen Frauen anstecken und genießen das einmalige Programm. Das ist es nämlich vor allem, was jedes Jahr hunderte Närrinnen an die Hauptstraße lockt. „Die Bühnenshow ist einfach super!“, bestätigt Maria Werner (42), „die Leute da oben sind echt lustig und haben viele Insider-Witze auf Lager.“ Und wirklich: Schon nach den ersten Auftritten war die Stimmung im Festsaal gelockert, immer wieder prusteten die Damen los, lachten lauthals über die Gags auf der Bühne. So bot die Karnevalsgruppe „kfd-singers“ wort wörtlich einen „Kessel Buntes“, hatte Sketche von missverstandenen Stuhlproben, Frauen suchenden Bauern und Schrumpfköpfen auf Lager.
Das, wofür in anderen Vereinen teure Gagen bezahlt werden, entwickeln die acht Damen und Herren der Gruppe stets ganz alleine: Bereits ab September treffen sich die Hobby-Comedians regelmäßig, tüfteln, eralbern und kreieren ein neues Abend füllendes Bühnenprogramm. Sehr schwer fällt das den „kfd-singers“ nicht. „Wir haben immer sol viel Spaß bei unseren Treffen, die Show entsteht quasi von alleine“, bestätigt Barbara Steingens von den „kfd-singers“. Diese Gruppe ist auch die einzige Möglichkeit für die Herren der Schöpfung an einer Altweibersitzung teilzunehmen. Ansonsten haben die nämlich striktes Feier-Verbot. Und das genießen die feiernden Frauen: „Es ist schön, wenn mal die Männer alles für uns machen“, findet auch Janine Use (36).
Highlight dabei war am Donnerstag unter anderem das beliebte Männerballett von St. Ludgerus. Bevor es ins Pfarrheim St. Suitbertus ging, mussten die tänzelnden Herren jedoch zunächst im „Ratskeller“ die Damen belustigen. Und das gelang ihnen zweifellos: In kurzen Hemdchen boten sie den Frauen dort eine lustige Choreographie und ernteten viel Beifall. Doch auch der Rest des bunten Programmes in der proppevollen Gaststätte war ganz nach dem Geschmack der Damen. „Es ist lustig“, meint Annemarie Kortmann. Die 72-Jährige ist Mitglied im Chor „Musica“, der den Altweiberkarneval organisiert.
Allein unter Frauen feiert es sich eben anders. „Man geht mehr aus sich heraus, kann in Ruhe über alles reden was uns Frauen interessiert“, findet Annemarie Kortmann und verrät lachend: „Es ist sogar noch schöner als mit Männern.“ Auch wenn sie den männerfreien Abend genießen -- ihre Gatten haben die Frauen trotzdem lieb: „Mein größter Jeck bleibt mein Mann!“, bestätigt die 66-jährige Inge Grepel.
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