In Langenberg stießen die Soldaten auf Gegenwehr

Die Soldaten der Wehrmacht wurden immer weiter zurückgedrängt, bis schließlich rund 350 000 von ihnen im Ruhrkessel festsaßen. Von Süden und Osten her machten die Amerikaner weiter Druck, von Norden her an der Ruhr entlang, an Kettwig vorbei, riegelten weitere alliierte Truppen die Grenzen des Ruhrkessels ab. Es gab keine Ausweichmöglichkeiten mehr.

Nach dennoch schweren Kämpfen brach die Gegenwehr nach und nach zusammen. Einen Tag, nachdem der östliche Ruhrkessel kapituliert hatte, stellten die deutschen Truppen im westlichen Ruhrkessel auf Befehl des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe „B“, Generalfeldmarschall Walter Model, nach „Verschuss der letzten Munition“ die Kampfhandlungen am 17. April ein und ließen sich von den gegnerischen Truppen überrollen.

Tags zuvor stieß in Langenberg das Kampfkommando „R“ der 13. US Panzerdivision zusammen mit dem 13. US Infanterieregiment noch auf heftigen Widerstand. „Langenberg hat sich wahrscheinlich so gut gehalten, wegen der Topographie“, vermutet Stecher. „Die Alliierten mussten trichterförmig durch die Elfringhauser Schweiz. Von oben ließ sich das gut halten.“ Auf ihrem Weg machte die 13. US Panzerdivision „Black Cat“, für die der Ruhrkessel der erste große Kampfeinsatz war, 20 000 Gefangene in nur neun Tagen. Einige davon auch in Heiligenhaus.

Zu den amerikanischen Besatzungstruppen in Heiligenhaus zählten auch einige farbige Soldaten. Während sich die Spielkameraden von Jürgen Stechers Schwiegermutter, Emilie Bader, vor den exotisch aussehenden Soldaten versteckten, ging das blond gelockte Mädchen neugierig auf sie zu. Ihren Mut belohnte der Soldat mit Kaugummi und Schokolade. Es war das Ende von sechs Kriegsjahren in dieser Region und ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Normalität.