In Heiligenhaus im Auftrag der Bienen

Karl-Heinz Uhligs Bienen bevölkern den hübschen Garten hinter seinem  Haus in Isenbügel.
Karl-Heinz Uhligs Bienen bevölkern den hübschen Garten hinter seinem Haus in Isenbügel.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Karl-Heinz Uhlig engagiert sich seit vielen Jahren für Immen und Imker. Verein vergrößert und verjüngt.

Heiligenhaus..  Was Karl-Heinz Uhlig in den Händen hält, sieht aus wie ein altertümlicher Strohkorb. Er dreht ihn hin und her, zeigt auf einen Schlitz am unteren Rand und wie man mit einem einfachen Korb im Handumdrehen Abertausende von Bienen fängt. Der Heiligenhauser engagiert sich seit mehr als vier Jahrzehnten im Imkerverein Heiligenhaus-Talburg, seit über 20 Jahren führt er die Hobbyimker sogar als ihr Vorsitzender an. Für Bienen und ihre Züchter macht er sich auch auf Kreisebene stark.

Eigentlich begann alles mit einem Zufall. Ein Zufall, der Karl-Heinz Uhlig zum Herr über inzwischen ein Dutzend Bienenvölker und seine Familie ein Stück größer machte. Denn die Bienen, die gehören für den 67-Jährigen zur Familie dazu. Mehr als vierzig Jahre ist es nun her, dass sich ein Schwarm der Insekten in einen Obstbaum in Uhligs Garten verirrte. Die zugeflogenen Bienen brachten den Ingenieur auf ein neues Hobby.

Damals hatte er noch keinen Bienenkorb zur Hand, also fing der Isenbügler die Tiere mit einer Kiste ein und widmete sich fortan der Bienenzucht. Ein anfangs schwieriges Unterfangen. Denn an Tipps und Tricks erfahrener Imker kam man als Frischling nicht so schnell. „Die alten Imker waren ein elitärer Kreis“, erinnert sich Karl-Heinz Uhlig. Als er 1972 dem auf wenige Mitglieder geschrumpften Imkerverein beitrat, war er mit Abstand das jüngste Mitglied. Das verstaubte Image, das die Bienenzüchter einst umgab, hat jedoch längst ausgedient. Der Alt-Herren-Treff ist einem Kreis von 50 austauschfreudigen Hobbyzüchtern gewichen. Und das ist nicht zuletzt ein Verdienst von Karl-Heinz Uhlig selbst.

Seit zwei Jahrzehnten leitet er den Imkerverein, dem zu seiner Freude auch immer mehr Frauen beitreten. „Das war zu meiner Anfangszeit im Verein undenkbar“, erinnert er sich. Die Imker haben etwas erreicht, was etliche andere Vereine sich wünschen: viel Nachwuchs und frischen Wind. Geschafft haben das Uhlig und seine Mitstreiter mit viel Engagement und Liebe zur Bienenzucht. Was sich Karl-Heinz Uhlig in seinen Anfangsjahren als Imker selbst so gewünscht hätte, ermöglicht er heute allen, die Schritt für Schritt in die Bienenzucht einsteigen möchten. Seit ein paar Jahren gibt der erfahrene Imker im Umweltbildungszentrum Kurse für die Neulinge aus der Region – im Februar startet der nächste. Dort lernen alle, die Honig zukünftig gerne selbst produzieren lassen möchten, wie’s geht. Als erfahrener Imker steht Uhlig den Frischlingen gerne mit Rat und Tat zur Seite. „Gerade im ersten Jahr ist das sehr wichtig.“

Er selbst ist Stück für Stück in Bienenzucht und Vereinsarbeit herein gewachsen. Den Sachverstand, den er in all der Zeit angesammelt hat, möchte er teilen. Seit Uhlig vor sieben Jahren in den Ruhestand ging, widmet er seiner ehrenamtlichen Tätigkeit noch mehr Zeit. Aber auch seinen Bienen. Denn die machen nicht nur Arbeit, sondern geben dem Imker auch viel Energie zurück: morgens, ganz süß und cremig gerührt auf einem gebutterten Toast.