Im Einsatz ist Vertrauen sehr wichtig

Foto: Feuerwehr Heiligenhaus
Was wir bereits wissen
Beim Übungswochenende in Münster probten rund 50 Feuerwehrleute aus Heiligenhaus undZwönitz den Ernstfall. Jeder Handgriff muss sitzen, wenn es um Menschenleben geht.

Münster..  Rund 50 Feuerwehrleute aus Heiligenhaus und Zwönitz waren jetzt gemeinsam in Münster. Nicht nur die realistischen Einsatzübungen waren Schwerpunkt an diesem Wochenende: Neue Freundschaften entstanden, die Mannschaft lernte sich besser kennen.

„Dies ist unheimlich wichtig, denn im Einsatz müssen sich die Frauen und Männer der Feuerwehr uneingeschränkt vertrauen“, erklärt Nils Vollmar, Pressesprecher der Heiligenhauser Wehr. Auf dem Gelände des Instituts der Feuerwehr Nordrhein Westfalen (IdF NRW) übten die Kräfte der Jugend- und Einsatzabteilungen, wie verletzte Bauarbeiter aus Gruben gerettet werden, Brände gelöscht und Chemieunfälle bekämpft werden.

Jugendliche sammeln Erfahrungen

Mehrere Jugendfeuerwehrmitglieder, die bald in die Freiwillige Feuerwehr wechseln, hatten die Möglichkeit, am Ausbildungswochenende teilzunehmen. „Für viele sind es die ersten Erfahrungen in der Einsatzabteilung“, schildert Stadtjugendfeuerwehrwartin Daniela Hemmert. „Diese Erfahrungen sind unheimlich wichtig. So haben die Jugendlichen früh die Chance, ihre Kameraden kennenzulernen.“

„Florian Heiligenhaus 2-LF10, für Sie Einsatz: Hauptstraße 2, Feuer – Menschenleben in Gefahr“, tönt es aus dem Funkgerät. Jeder weiß jetzt, was zu tun ist. Zwei Einsatzkräfte rüsten sich auf der Anfahrt mit Atemschutzgeräten aus, der Gruppenführer studiert den Stadtplan. Am Haus angekommen geht alles sehr schnell: Das Feuer wird erkundet, eine Person steht auf dem Balkon und schreit: „Mein Kind ist noch da drin!“. Eine Szene, die man zum Glück selten erlebt. „Doch gerade das müssen wir üben“, sagt Nils Vollmar. „Das, was selten vorkommt, aber leider jeden Tag passieren kann, und dann muss jeder Handgriff sitzen.“ Kaum sieht er sich um, befinden sich die ersten Helfer im Haus. „Das Kind befindet sich in seinem Zimmer auf der Rückseite“, so die Information des Gruppenführers. Nach kurzer Zeit ist die Übungspuppe gerettet.

Anschließend ging es um die Kameradschaft. Spontan spannen Feuerwehrleute eine Rettungsleine zwischen zwei Laternenpfählen: Das improvisierte Volleyballnetz hängt. Schnell finden sich mehrere Spieler aus Küchenteam, Jugendfeuerwehr und den Einsatzabteilungen beider Feuerwehren. Das Lagerfeuer brennt. Im Kreis sitzen nun Mädchen, Jungen, Frauen und Männer und reden über den vergangenen Tag. „Was mich freut sind nicht nur die Übungen, sondern auch, dass wir alle zusammen hier sitzen. Wir lernen uns viel besser kennen - das sorgt für Vertrauen“, sagt Feuerwehrfrau Deborah Frohberg in die Runde.