„Ich hing ewig in der Warteschleife“

Heiligenhaus..  Ein weiterer Fall aus der Unterilp zeigt, mit welchen Problemen Erkrankte außerhalb der ärztlichen Sprechstunden konfrontiert werden können. Richtig in Panik sei sie gewesen, berichtet Christa Dörr der WAZ. Als sie kürzlich nach einer Zahn-Operation allergisch auf ein Antibiotikum reagierte, ging es der Unterilperin so schlecht, dass sie sich selbst nicht mehr zu helfen wusste. Schüttelfrost, Kreislaufprobleme und schwere Krämpfe plagten sie – all das außerhalb der Sprechstundenzeiten an einem Wochenende. Ihr verzweifelter Versuch über die bundesweite Notrufnummer 116117 Hilfe anzufordern, schlug mehrfach fehl. „Ich hing dort ewig in der Warteschleife, nichts passierte“, berichtet sie. Die Ansage riet, in lebensbedrohlichen Situationen die 112 zu wählen. Da sie selbst ihre Erkrankung nicht als lebensbedrohlich einstufte, scheute sie zunächst den Griff zum Telefonhörer. Auch aus Sorge um ihren schwerbehinderten Mann, der im Falle eines Krankenhausaufenthaltes hätte unversorgt in der Wohnung zurückbleiben können. Irgendwann wählte Christa Dörr in ihrer Not doch die 112. Dort verwies man sie wieder an die 116117 – wo sie schon vorher mehrfach lange in der Warteschleife hing.

Um sich selbst in ein Taxi zu setzen und zum ambulanten Notdienst zu fahren, fühlte sich die Erkrankte nicht in der Lage. „Ich konnte mich noch nicht einmal anziehen“, erinnert sie sich.

Schließlich eilte der Sohn aus Essen zur Hilfe, wickelte seine Mutter in eine Decke und fuhr sie in die Notfallpraxis im Klinikum Niederberg. Dort fühlte sich Christa Dörr kompetent umsorgt. Dem Sohn sei Dank. „Aber was machen Ältere, die solche Helfer nicht haben?“, fragt Dörr.