Hunde gehören im Heiligenhauser Wald an die Leine

Hier ist alles klar geregelt: Landschaftswächterin Silke Thus vor dem Eingang ins Naturschutzgebiet Vogelsangbachtal zum Paradies.
Hier ist alles klar geregelt: Landschaftswächterin Silke Thus vor dem Eingang ins Naturschutzgebiet Vogelsangbachtal zum Paradies.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Landschaftswächterin Silke Thus zählt auf die Vernunft der Halter. Im Naturschutzgebiet gelten strenge Regeln.

Heiligenhaus..  Eindeutiger kann man es nicht formulieren: „In den Heiligenhauser Naturschutzgebieten müssen Hunde immer an der Leine geführt werden.“ Nachzulesen in dem Flyer „Hunde in Heiligenhaus“. Doch den hat nicht jeder Hundebesitzer gelesen. Und wo sind überhaupt Naturschutzgebiete?

Fuchslochbachtal und Siepener Bachtal, die Oefte und das Vogelsangbachtal sowie das Angertal sind Naturschutzgebiete. Das heißt: Dort gilt ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft, von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets führen können, sind verboten. Spaziergänger sind erwünscht, aber sie haben sich eben nach diesen Vorgaben zu richten. Und das tun nicht alle, stellt Landschaftswächterin Silke Thus immer wieder fest.

Gerade im beliebten Paradies lassen Hundebesitzer ihre Vierbeiner gerne mal von der Leine: „90 Prozent der Leute tun das sogar“, hat Thus bei ihren täglichen Rundgängen festgestellt. Und nicht selten reagieren sie pampig, wenn die Landschaftswächterin sie freundlich auf den Naturschutz hinweist. „Vorgehalten wird mir, dass es keine Schilder gebe.“ Das ließ Silke Thus keine Ruhe. Am Donnerstag machte sie mit einem Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann die große Runde durchs Vogelsangbachtal. 15 Schilder zählten sie, die meisten gut lesbar und intakt.

Das ist nicht immer so. „Da werden auch schon mal Schilder abgesägt und mitgenommen“, weiß Klaus Adolphy, Leiter der Landschaftsbehörde im Kreis und von Beruf Biologe. Ob das grün umrandete Dreieck mit dem Seeadler in der Mitte auf dem Müll oder im Partykeller als Trophäe landet, weiß keiner. Adolphy: „Von Vandalismus bleiben wir nicht verschont. Manche Schilder sind auch durchgeschossen.“ Deshalb sind Kontrollgänge wie dieser üblich, auch um Verschmutzungen zu entfernen. Oder auch wie dieses Mal, Standorte für neue Hinweisschilder festzulegen. Silke Thus hätte sie gern hinter der Süßmosterei Dalbeck und an der südlich gelegenen Streuobstwiese. „Was dann folgt, ist laufendes Geschäft der Verwaltung“, sagt Adolphy. Das betreffende Schild wird nach Rücksprache mit dem Eigentümer des Geländes an einem Pfosten angebracht.

Silke Thus vernimmt es mit Freude und baut auf die Vernunft der Hundehalter: „Es geht halt darum, jetzt im Frühjahr Bodenbrüter zu schützen.“ Auch Rehkitze würden leicht Opfer von Hundeattacken. „Selbst wenn der Hund friedlich erscheint, er gehört an die Leine.“