Humor trifft Handicap in Hösel

Die fränkische Kabarettistin Andrea Wehner alias Auguste konnte mit Pointen rund um das Golfspiel das fachkundige Publikum zum Lachen bringen.
Die fränkische Kabarettistin Andrea Wehner alias Auguste konnte mit Pointen rund um das Golfspiel das fachkundige Publikum zum Lachen bringen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die fränkische Kabarettistin Andrea Wehner war im Golfclubrestaurant Nineteen zu Gast und nahm den Golfsport ordentlich auf’s Korn.

Heiligenhaus..  „Es gibt keine schlechten Plätze“, begrüßt Andrea Wehner bereits an der Tür höchstpersönlich die hereinströmenden Gäste, die ihre Augen sofort über die Stuhlreihen schweifen lassen. Die vordersten Reihen sind lange vor Beginn besetzt, die Stühle fast alle belegt. Am Mittwochabend kamen zahlreiche Besucher in das Nineteen Restaurant im Golfclub Hösel, um dort ein einzigartiges Kabarett zu genießen. Als Kunstfigur Auguste präsentiert Wehner dort ein buntes Golfkabarett, gespickt von Anekdoten eines Hobbys rund um Handicap, Lakeball und Fairway.

Diese und andere englische Begriffe des Sportes mit den kleinen weißen Bällen und den großen grünen Wiesen können das fränkische Urgestein in Bezug auf die Aussprache zuweilen herausfordern. Der Austausch zwischen Auguste und ihrem Publikum funktioniert trotz Mundart hingegen reibungslos. „Wer des Fränkischen nicht mächtig ist, kann gerne fragen, wenn er etwas nicht versteht“, erklärt Auguste, deren Markenzeichen Kittel, Gummistiefel und Kopftuch sind.

Den Anfang ihrer neuen Freizeitbeschäftigung sieht Auguste in der Gelegenheit kostenloses Golf-Wellness zu genießen. „Wenn’s nix kostet, kannst du hin“, erklärt sie den selbst ernannten ersten fränkischen Grundsatz. Ansonsten ist das Hobby bekannterweise eher teuer, was nicht bedeutet, dass nicht auch Golfer auf den Geldbeutel achten, wie Auguste beobachten konnte: „Obwohl man bei den Bällen das Geld nur so raushaut, ist man wieder sparsam bei den Handschuhen“, sagt sie, während sie ihre beiden Hände, an denen typischerweise nur an einer Seite ein Handschuh steckt, in die Höhe hält.

Schlagfertige Geschichten

Auguste weiß, wie sie das Publikum geschickt einbeziehen kann. Immer wieder streift sie durch den Saal, spricht ihre Zuschauer an und lässt sie kleine Aufgaben übernehmen. „Wie nennt man einen Ball, der geradeaus fliegt?“ „Zufall“, schallt es aus dem Publikum zurück, allseitiges Gelächter folgt.

Die schlagfertigen Anmerkungen und witzigen Pointen ergänzt die burschikose Golfspielerin mit akrobatischen und musikalischen Einlagen. Sowohl Lieder, die Auguste selbst auf der Gitarre begleitet, als auch Jonglage-Einlagen honoriert das Publikum mit großem Applaus. Besonders die Golfer kommen bei diesem Programm auf ihre Kosten, schließlich weiß Wehner, wovon sie spricht. „Ich spiele selbst Golf“, erzählt die Kabarettistin, die den Sport seit vier Jahren betreibt und ihre Erlebnisse in ihrem Golfkabarett mit Gleichgesinnten teilt. „Ich würde aber sagen, dass auch Nicht-Golfer dem Programm zu 80 Prozent folgen können“, schmunzelt Wehner.

Die hauptberufliche Kabarettistin, die auch weitere Programme zu bieten hat, tourt seit bereits elf Jahren durch das Land. Ihre Auftritte, die sie auf Anfrage in ganz Deutschland absolviert, organisiert die Fränkin komplett allein, vom Aufbau ihres Bühnenbildes, über den Kartenverkauf bis hin zur Musik. So genießt sie den abschließenden Applaus und freut sich über die zahlreichen Zuhörer: „Schön, dass ihr alle da wart, sonst wäre ich ja ganz allein gewesen.“