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Hinein in die Landschaft

17.09.2008 | 18:55 Uhr

Gewerbegebiet Hetterscheidt-Nord wächst weiter. IMS möchte nördlich der Dieselstraße expandieren. Deshalb müssen zwei Grünflächen umgewidmet werden

Seit 1986 hat die IMS GmbH, der mittlerweile weltweit führende Hersteller von Isotopen-, Röntgen- und optischen Messsystemen für die Stahl-, Metall- und Aluminiumindustrie, ihren Sitz im Gewerbegebiet Hetterscheidt-Nord. Im Jahr 2007 investierte IMS mehrere Millionen Euro für dringend benötigte Erweiterungsbauten - und kündigte bereits damals an, weiterhin auf Expansionskurs zu sein.

Gut ein Jahr später ist es nun so weit. Der Hersteller (mit 300 Mitarbeitern weltweit) benötigt erneut Flächen am Firmensitz. Für die anvisierten Gebiete nördlich der Dieselstraße muss jedoch erst der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Es handelt sich nämlich zum einen um eine 2250 qm große Fläche, auf der Neupflanzungen für andere bebaute Gebiete (eine so genannte Ausgleichsmaßnahme) geplant waren - aber noch nicht ausgeführt wurden. Zum anderen geht es um ein 9220 qm großes Areal daneben, das sich ebenfalls im Besitz der Stadt befindet und zurzeit landwirtschaftlich genutzt wird. Beide Flächen müssten für die gewerbliche Nutzung freigegeben werden.

Damit beschäftigte sich am Dienstag der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Gebäudewirtschaft. "Für die kleinere Fläche wird das vereinfachte Verfahren gewählt", erklärte Stadtplaner Siegfried Peterburs dem Gremium. Das heißt: Der Beteiligung der Öffentlichkeit wird durch Auslegung Rechnung getragen, ebenso können sich Behörden und andere Träger öffentlicher Belange (z.B. Naturschutzverbände) äußern. Eine Umweltprüfung und einen Umweltbericht gibt es in diesem Verfahren jedoch nicht. Peterburs: "Das verkürzt die Bearbeitungszeit." IMS habe den dringenden Bedarf der Baumaßnahme für 2009 angemeldet.

"Die größere der beiden Flächen durchläuft jedoch das ganz normale Verfahren", beruhigte der Technische Beigeordnete Harald Flügge die Ausschussmitglieder. Denn den Politikern ist schon bewusst, dass sich das Gewerbegebiet Hetterscheidt-Nord immer weiter in die Landschaft hineinfrisst. Peter Kramer (SPD): "Das schmerzt. Aber es gibt keinen anderen Ausweg."

Christa Reißner (BUND) wies zudem darauf hin, dass dann gleich mehrere Ausgleichsmaßnahmen berücksichtigt werden müssten - eine für die weggefallene und zwei neue. Flügge: "Das fällt nicht unter den Tisch. Da können Sie uns vertrauen!"

Von Petra Treiber

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