Hellwach, aufmerksam: hypnotisiert

Rolf Huth ist ist zertifizierter Mentaltrainer.
Rolf Huth ist ist zertifizierter Mentaltrainer.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rolf Huth lernte die Trance- und Gesprächs-Technik, nachdem er selbst einen „Burn out“ erlitten hatte.Als Mentalcoach will er anderen helfen, Blockaden zu lösen oder sich vom Rauchen zu entwöhnen.

Heiligenhaus..  Eine halbe Wand des kleinen Büros füllt ein großes Banner mit den beiden niederländischen Worten „Goed Gevoel“. Dabei ist es Rolf Huth mit seinen Diensten schon ernster, als allein für ein „gutes Gefühl“ zu sorgen. Als Mentaltraining bezeichnet der 53-jährige Heiligenhauser jene Dienstleistungen, die er jetzt unter dem Signet „Click Clack Coaching“ anbietet – effektive Hypnose- und Gesprächstechniken aus den USA inbegriffen.

Seinen heutigen Beruf betrachtet der Diplom-Kaufmann mit Leidenschaft. Einen seiner Lehrmeister und sein Vorbild fand er in Dr. Norbert Preetz: Der in Magdeburg promoviert Psychologe wirbt auf seiner Webseite „Hypnose-Doktor“ für seine „Intensiv-Hypnose-Ausbildung“.

Wie man sein Leben neu ausrichtet – und neu ausrichten muss, um gesund zu bleiben – das erlebte der Chef von fünf Angestellten in seinem Büro vor 13 Jahren nach einem körperlichen Zusammenbruch. Der Klinik-Arzt stellte dem damals 40-Jährigen jene Frage, die er ehrlich nur mit „ja“ beantworten konnte: „Kann es sein, dass Sie zu viel arbeiten?“ Der selbstständige Versicherungsmakler kam auf rund 90 Wochenstunden.

Vier Doppelstunden beim Arbeits-Psychologen wertete Rolf Huth als vollen Erfolg: „Danach arbeitete ich 40 Wochenstunden mit dem gleichen Erfolg. Ich hatte mich ja vom normalen Leben entwöhnt.“ Bei dem gelernten Kaufmann wuchsen Faszination und Interesse, „so etwas auch zu können“, wie er sagt: „Was hat dieser Psychologe für einen Werkzeugkasten? Dabei hatte er bei mir kaum den Deckel geöffnet?“

Vor sieben Jahren verkaufte Rolf Huth seinen Betrieb. Im Jahr darauf folgte seine erste Hypnose-Ausbildung. Eine weitere Ausbildung zum professionellen Coach und als Mentaltrainer ist von der IHK zertifiziert. Außerdem hält Rolf Huth vor größerem Publikum Vorträge, um mit womöglich verbreiteten Klischee-Vorstellungen von Hypnose a la Varieté aufzuräumen: Nein, Hypnose sei „auf gar keinen Fall“ wie Schlaf, es sei kein Zustand der Willen- oder Hilflosigkeit.

Seine Definition von Hypnose: Es sei ein „Zustand vier- bis fünffach erhöhter Aufmerksamkeit“. Störende Einfüsse sollten dann ausgeblendet sein; ein ruhiger Raum für die Gespräche ist Voraussetzung. Und Rolf Huth betont: „Niemand kann gegen seinen Willen hypnotisiert werden.“ Und es braucht dafür auch keine dramatisch-beschwörenden Gesten oder pendelnde Uhrketten. „Kein Rat ohne Mandat“, sagt der Coach.

Helfen soll diese Form der Selbsterkenntnis gegen sämtliche Arten von Blockaden, Stress, Burnout, für dauerhaftes Abnehmen, gegen Flugangst, fürs Entwöhnen vom Rauchen oder bei Rede- und Auftritts-Ängsten. Ein Mentaltrainer sollte dafür über mehr als eine Gesprächstechnik verfügen. Hypnose betrachtet Rolf Huth „als Ergänzung“.

Seine eigene „Burn out“-Vorgeschichte sieht er heute durchaus als Plus: „Als Betroffener habe ich eine ganz andere Empathie, kann mich einfühlen, untermauert durch eine professionelle Ausbildung.“ Zwar hat der 53-Jährige jetzt auch eine Ausbildung zum Heilpraktiker begonnen – betont aber: „Ich heile niemanden; ich bin kein Arzt. Durch meine Arbeit werden aber die Selbstheilungskräfte meiner Klienten aktiviert.“

Jedes Gespräch verlaufe vollkommen anders als das vorherige. Nur die Rolle des Coaches bleibt unverändert: „Meine Hauptaufgabe ist, für Entspannung zu sorgen.“ Sein Motto: „Wenn’s nicht einfach geht, dann geht’s einfach nicht.“