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Helbako will an chinesischer Autobegeisterung verdienen

12.07.2012 | 08:00 Uhr
Helbako will an chinesischer Autobegeisterung verdienen
Der Firmensitz in Heiligenhaus soll trotz des Sprungs nach China ausgebaut werden.

Heiligenhaus.   Der Zulieferer gründet ein Joint Venture in Shanghai. Der Partner, das chinesische Unternehmen NBHX, ist neuer Anteilseigner des Familienunternehmens.

An Ulf Zimmermanns E-Mail-Signatur ist der neue Markt von Helbako schon abzulesen: Neben der deutschen und der englischen Grußformel prangen chinesische Schriftzeichen. Das fernöstliche Geschreibsel des Geschäftsführers hat einen konkreten Hintergrund: Der Heiligenhauser Automobilzulieferer gründet in Shanghai ein Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen NBHX. Dieses übernimmt im Gegenzug 30 Prozent der Anteile an Helbako. Entsprechende Verträge wurden Ende Juni unterzeichnet.

Es gebe ein „enormes Interesse der Chinesen an europäischen und speziell deutschen Autos“, konstatiert Zimmermann. Für die Helbako-Kunden Audi, BMW, Mercedes oder VW ist China einer der wichtigsten Absatzmärkte. „Allein VW baut mehr als 1,9 Millionen Autos pro Jahr in China“, weiß der für internationale Entwicklung zuständige Geschäftsführer. Was dem Heiligenhauser Unternehmen einen dicken Auftrag für Fernost einbrachte: Ab 2014 soll Helbako das chinesische Werk der Wolfsburger beliefern. „Das hat uns ein Stück weit in Entscheidungszwang gebracht“, gibt Zimmermann zu.

Markt China nicht von Deutschland aus zu erschließen

Also geht es für Helbako jetzt nach China. Und zwar nach Shanghai, denn in der Millionenstadt sind viele Automobilhersteller und ihre Zulieferer angesiedelt. Nun will auch die Heiligenhauser Firma dort Gas geben. „In der Autoindustrie ist die Lokalisierung ein ganz wichtiges Thema“, begründet Zimmermann die Entscheidung. „Man muss da vor Ort sein, wo die Kunden auch produzieren.“ Der Markt China sei von Deutschland aus nicht zu erschließen. Die Kosten für Logistik, Zoll und Dienstreisen sind schlicht zu hoch; hinzu kommen kulturelle Schwierigkeiten. Zimmermann sagt: „Allein die Sprache und die kulturellen Unterschiede bergen viele Fallstricke.“

Um sich von denen nicht ausbremsen zu lassen, setzt Helbako auf chinesische Kompetenz: Der Automobilzulieferer NBHX gilt als weltweit vernetzt und sei, so Zimmermann, im asiatischen Raum seit Jahren als Qualitätsanbieter bekannt. Am gemeinsamen Joint Venture „Herzen Helbako Automotive Electronics“ ist Helbako mit 30 Prozent beteiligt.

Chinesischer Partner hält 30 Prozent an Helbako

Ebenfalls 30 Prozent hält NBHX im Gegenzug an Helbako. Das soll aber kein Einstieg in den Ausstieg aus Heiligenhaus sein, betont Geschäftsführer Zimmermann: Ein Verkauf der Firma sei nicht geplant; „wir wollen das Unternehmen in Familienbesitz halten.“ Konkurrent Kiekert hatte einen geplanten Verkauf entgegen aller Gerüchte monatelang abgestritten, um im März an einen chinesischen Investor zu verkaufen.

Helbako hingegen will offenbar den Heiligenhauser Standort stärken. Entwicklung und Produktion sollen nicht nach Shanghai verlagert werden; vielmehr sollen beide Abteilungen vor Ort ausgebaut werden. In der Entwicklung will Zimmermann von 55 Mitarbeiten auf 60 aufstocken: „Wir suchen händeringend Ingenieure.“ Und der Fertigung fehlen fünf Prozesstechniker. Der Geschäftsführer hofft, dass das Engagement der Firma in China dazu beitragen wird, dass in Zukunft mehr Bewerbungen auf seinem Schreibtisch landen: „Die Perspektive, nicht nur in Heiligenhaus zu arbeiten, sondern auch mal in Mexiko, den USA oder China, ist für junge Bewerber sehr interessant.“

Monique de Cleur

Kommentare
13.07.2012
10:48
Die Legende vom heiß begehrten Ingenieur
von bayou | #2

„Wir suchen händeringend Ingenieure.“

…….Helmut Rasch, Elektroingenieur: „Also, ich hab jetzt beispielsweise hier eine Excel-Tabelle, die führe ich...
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Helbako will an chinesischer Autobegeisterung verdienen
Helbako will an chinesischer Autobegeisterung verdienen
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2012-07-12 08:00
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