Heiligenhauserin beklagt wilde Müllkippen in der Heide

Psychologie der wilden Kippe:
Psychologie der wilden Kippe:
Foto: WAZ FotoPool
Ihr Tipp – unser Thema: Wilde Entsorgung in der Heide. Anwohnerin beobachtet fast wöchentlich Müllhaufen an der Wülfrather Straße.

Heiligenhaus..  Es schien so eine sichere Sache: Sonst liegt wöchentlich Müll an der Wülfrather Straße in der Heide, Toilettenbecken, Teppiche, neulich noch drei Werkzeugkästen, jedenfalls alles Mögliche, was weder hinter ein Haltestellenhäuschen noch neben einen Altglascontainer gehört. Nur als die WAZ gestern kam, war fast alles sauber. Was war geschehen?

Seit gut zwei Jahren beobachtet Gabriela Pickhardt (60) regelmäßig, wie Autos an der Bushaltestelle gegenüber den Wertstoffcontainern am Kreisverkehr halten und wie sich dort der Müll stapelt. „Wenn Freunde zu Besuch kamen, war ich immer so stolz: nichts demoliert, keine Scheibe eingeschlagen“, beschreibt Gabriela Pickhardt der WAZ, wie sie es ihre ersten 26 Jahre in der Heide erlebt hat. Die wilden Kippen hingegen gäben ihrem Ortsteil „den Touch eines asozialen Viertels – und das ist die Heide nicht“.

Auch den Technischen Betrieben sind die Stellen bekannt, die Pickhardt zeigt. Das Dreckweg-Mobil fahre dort regelmäßig vorbei, sagt der Leiter Michael Borowski. Er wünscht sich, dass die Bürger sich klarmachen: „In dem Moment, wo ich etwas danebenstelle, schaffe ich eine wilde Kippe. Das ist eine Ordnungswidrigkeit, und es kann den Bürger mit Ordnungsgeld und Anfahrtskosten fürs Dreckweg-Mobil gut und gerne um die 120 Euro kosten, einen Schuhkarton neben den Container zu stellen.“ Doch bei vielen ist er sicher: „Das ist denen egal.“ Hinzu kommt bei den Zweit-Tätern auch das sogenannte Zerbrochene-Fenster-Phänomen. Borowski sagt zur simplen Psychologie der wilden Kippe: „Wo schon was steht, stellt man eher was daneben.“

In den Wochen nach den Feiertagen ist übrigens generell mehr wilder Müll als sonst zu beseitigen, sagt Borowski. Deshalb stehen fürs Dreckweg-Mobil aktuell auch zwei Mitarbeiter im Dienstplan statt wie sonst nur einer. Personell stehen die Chancen also gut, dass wilde Kippen, die gemeldet werden, auch zeitnah beseitigt werden.

Denn jeder Bürger kann unsachgemäß entsorgten Müll melden. Dafür gibt es 02056 / 582 87 12 und die Mail-Adresse dreckweg@ heiligenhaus.de. Wenn den Technischen Betrieben über diese Wege die Verunreinigung einer Fläche gemeldet wird, sagt Borowski, „dann reagieren wir sofort“.

Vielleicht haben die städtischen Müllbeseitiger ja auch in diesem Fall sofort reagiert und den Müll schnell beseitigt, nachdem die WAZ nachgefragt hat und bevor sie sich mit Gabriela Pickhardt traf? Nein, sagt Michael Borowski, diesmal hatten sie ihre behandschuhten Finger nicht im Spiel. Diesmal war es einfach ausnahmsweise mal sauber.