Heiligenhauser warten auf ihre Post

Die Pakete und die Post warten derzeit auf ihre Auslieferung, denn die Zusteller streiken.
Die Pakete und die Post warten derzeit auf ihre Auslieferung, denn die Zusteller streiken.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Seit mehreren Wochen streiken die Zusteller. Auch hier bleiben viele Briefkästen leer, nur sechs von 30 Briefträger sind im Dienst. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Heiligenhaus..  Eine Postkarte aus dem Urlaub, die abonnierte Zeitschrift, die Arztunterlagen, vielleicht ein Liebesbrief oder eine satte Rechnung – was derzeit alles in den Briefkästen stecken könnte, bleibt auch in den nächsten Wochen ein Rätsel. Die Post beziehungsweise die angestellten Zusteller streiken, und das macht sich auch in Heiligenhaus immer stärker bemerkbar.

Zu einem unbefristeten Streik haben die Gewerkschaften die Postmitarbeiter aufgerufen, „und wie es das Wort unbefristet sagt, können wir derzeit noch überhaupt nicht abschätzen, wie lange es noch dauern wird“, berichtet Dieter Pietruck, Pressesprecher der Deutschen Post für den Raum Düsseldorf.

Betroffen sind fast alle Heiligenhauser Stadtteile, denn insgesamt sind nur von den 30 Zustellern sechs im Einsatz, wenn sie nicht im Urlaub sind. Diese Mitarbeiter dürfen nicht streiken, da sie noch Beamte sind. „Wir können alle Verwaltungsmitarbeiter, auch Manager, Briefe sortieren lassen. Aber der Bereich der Zustellung ist schon besonders, da braucht man spezielle Kenntnisse, da sind uns die Hände gebunden“, erklärt Dieter Pietruck.

Pool an freien Mitarbeitern

Es gäbe zwar einen Pool an freien Mitarbeitern, „zum Beispiel Studenten, die versuchen wir derzeit zu rekrutieren“, sagt Pietruck weiter. Aber auf die Frage, ob man irgendwie selber mithelfen kann, um an Briefe zu gelangen, auf die man ungeduldig wartet, hat Pietruck leider keine gute Nachricht: „Es gibt leider keine Möglichkeit, an seine Post zu kommen. Die Briefzentren funktionieren fast vollautomatisch und sind auch leer, die Post stapelt sich bei den Zustellern.“ Diese würden dann nach dem Streik nach und nach die bis dahin liegen gelassene Post nachliefern.

Mehrere Gründe gibt es für den Poststreik, vor allem gehe es laut Pietruck der Gewerkschaft Verdi aber darum, den Aufbau der regionalen Zustellgesellschaften, der DHL Delivery, wieder rückgängig zu machen. Verdi befürchtet durch diese neuen Gesellschaften weniger Sicherheiten für die bislang befristet angestellten Mitarbeiter und geringeren Lohn. Verdi hingegen fordert eine Lohnerhöhung.

Am Freitag werden die Verhandlungen wieder aufgenommen, aber bis dahin heißt es nicht nur für die Heiligenhauser weiter auf die Post warten.