Heiligenhauser Wände sind nun Kunstwerke

Der Verein Neue Wege und das Heiligenhauser Jugendamt veranstalteten wieder ein Graffiti-Programm mit dem spanischen Graffitikünstler Javier Lando Blanco (2.v.li.) für straffällig gewordene Jugendliche. Dieses Mal wieder am Flugplatz Meiersberg sowie am Café von Ute Gans.
Der Verein Neue Wege und das Heiligenhauser Jugendamt veranstalteten wieder ein Graffiti-Programm mit dem spanischen Graffitikünstler Javier Lando Blanco (2.v.li.) für straffällig gewordene Jugendliche. Dieses Mal wieder am Flugplatz Meiersberg sowie am Café von Ute Gans.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gemeinsam mit dem spanischen Graffitikünstler Javier Lando Blanco haben Jugendliche aus Heiligenhaus und Wülfrath Wände verschönert - und dabei ihre Sozialstunden abgebaut.

Heiligenhaus..  Es ist Donnerstagnachmittag, die Sonne knallt, die Temperaturen knacken die 40 Grad-Grenze. Auf dem Flugplatz Meiersberg hat sich eine Gruppe in den Schatten verkrochen, es wird gegrillt und gechilled. Das haben die Anwesenden auch verdient, denn mehrere Kunstwerke sind in den letzten Tagen durch ihre Arbeit entstanden.

Die Arbeit, die sie hier leisten, haben sie zunächst nicht freiwillig gemacht. Sozialstunden können sie hier abarbeiten, berichtet Giuseppina Cagna vom Heiligenhauser Jugendamt: „In diesem Jahr haben wir zehn bis zwölf Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren, die ihre Sozialstunden teilweise komplett durch dieses Projekt abbauen können.“ Dieses Projekt ermöglicht der Verein Neue Wege, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, straffällig gewordene Jugendliche wieder auf den rechten Weg zu bringen, sie aus der Kriminalität herauszuholen oder erst gar nicht dort hinein kommen zu lassen. Ein Weg, den manche junge Straftäter alleine nicht schaffen würden.

„Wir haben an den Tagen von Montag bis Donnerstag ja ausreichend Gelegenheit, jeden Teilnehmer kennenzulernen, sie zur Seite zu nehmen zu pädagogischen Gesprächen, mit ihnen darüber zu sprechen, wieso sie hier sind und wie sie es schaffen können, eben nicht mehr straffällig zu werden“, erklärt Cagna. Nicht zu kurz kommen diese Momente, das ist ihr wichtig, aber sind eben eingebettet in ein Projekt, bei dem die Jugendlichen nicht nur zugucken, sondern auch ganz aktiv mitwerken.

Gruppe ist total engagiert

Denn das, was sie hier machen, ist etwas, worauf sie immer stolz zurückblicken können. Darum kümmert sich der Graffitikünstler Javier Lando Blanco. „Es macht mir immer wieder Spaß zu sehen, wie die Jugendlichen mitarbeiten“, berichtet der Spanier. Begeistert ist er von der diesjährigen Gruppe: „Die sind super engagiert und wir sind schon schnell fertig. Diese große Wand des Flugplatzes war eine riesen Herausforderung, mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.“

Das sind auch die Flugplatz-Vereinsmitglieder Alfred Düllberg und Michael Böhm: „Ganz toll geworden, das Heiligenhauser Panorama und unsere Vereinsmaschinen, sieht richtig schick aus.“

Auf ihre Kunstwerke stolz sind auch die Teilnehmer. Coole Aktion, finden sie alle, auch die Eltern. Gelernt aus der Aktion haben sie alle: Dummheiten wollen sie nicht mehr machen, aber freiwillig gerne im nächsten Jahr beim Projekt wieder mithelfen.

Trendige Café-Szene am Kaffee Klatsch

Ute Gans ist ziemlich glücklich mit ihrer neuen Café-Aussicht. Seitlich ihres Kaffee Klatsches an der Hauptstraße haben Künstler Javier Lando Blanco und die Jugendlichen ein modernes Graffiti angebracht. In trendigen Farben erstrahlt hier nun statt dem tristen Grau eine Cafészene. „Ich bin wirklich sehr zufrieden damit, es ist super schön geworden, und das haben mir auch schon sehr viele gesagt“, berichtet Ute Gans.

„Diese Aktion ist eine wirklich tolle Sache, die Jugendlichen waren gut beschäftigt, sehr nett und haben das klasse gemacht. Der Verein hat eine gute Alternative gefunden, es ist ein wirklich sinnvolles Projekt“, so die Cafébetreiberin weiter. Giuseppina Cagna, findet sie, müsse man besonders herausstellen: „Sie geht so nett und süß mit den Jugendlichen um, so ein Projekt ist doch dann viel nachhaltiger als irgendeine Strafe.“