Heiligenhauser starten in die Kegelstadtmeisterschaft

Auftakt zur Kegler-Stadtmeisterschaft am 14. Mai 2015 auf der Sportkegelanlage am Heljensbad: Jörg Kaiser (von links), Ulli Schmeink, Friedhelm Ridder und Jürgen Wiesmöller (rechts) schauen zu, wie Willi Lohmar die Kugel aufsetzt.
Auftakt zur Kegler-Stadtmeisterschaft am 14. Mai 2015 auf der Sportkegelanlage am Heljensbad: Jörg Kaiser (von links), Ulli Schmeink, Friedhelm Ridder und Jürgen Wiesmöller (rechts) schauen zu, wie Willi Lohmar die Kugel aufsetzt.
Foto: WAZ FotoPool
Alle Neune sollten die Teilnehmer der Meisterschaft am besten häufig werfen. Gleich drei Mal müssen die Kegelsportler in den nächsten Wochen antreten.

Heiligenhaus..  Wer schafft alle Neune? Am Donnerstag startete die Stadtmeisterschaft der Sportkeglervereinigung Heiligenhaus e.V., die seit 1972 jährlich stattfindet und laut Geschäftsführer Bernhard Grote „eine große Institution in Heiligenhaus“ ist. Wie so eine Meisterschaft und das Kegelspiel abläuft, haben wir uns mal näher angeschaut.

Die Stadtmeisterschaft, die seit 15 Jahren von Toni Esser organisiert wird, hat einen komplexen Ablauf. Insgesamt gibt es sieben Termine, von denen man als Teilnehmer an dreien anwesend sein muss, um in die Wertung zu gelangen. Es werden pro Teilnehmer drei Durchgänge mit jeweils 60 Kugeln geworfen, von denen allerdings nur die besten zwei gewertet werden.

Außerdem gibt es unterschiedliche Wertungsgruppen, die nach Alter und Geschlecht aufgeteilt sind. „Uns gefällt an diesem Event am meisten, dass so viele Nicht-Mitglieder mitmachen. Das zeigt uns, dass wir mit der Stadtmeisterschaft eine gefragte Veranstaltung gegründet haben“, erklärt Grote.

Auch an diesem Tag, der als Feiertag und mit hervorragendem Wetter nicht unbedingt für Zulauf prädestiniert war, kamen circa 30 Kegler, um ihren ersten Durchgang zu absolvieren. Insgesamt rechnet der Verein mit bis zu 100 Teilnehmern, die für den Geschäftsführer „eine sehr gute Zahl“ sind.

Insgesamt fällt auf, dass die Atmosphäre im Vorraum der Bahnen sehr familiär und nett ist, was Bernhard Grote so erklärt: „Wir sehen immer wieder die gleichen Gesichter. Es gibt nur wenige Leute, die neu dazukommen, was dann natürlich zu einer sehr familiären Atmosphäre führt.“ Neue Gesichter sind aber immer gerne gesehen und werden schnell integriert.

Regelmäßiges Training

Dass die Stadtmeisterschaft nicht nur eine Spaßveranstaltung ist, wird schnell klar. Eigentlich alle Teilnehmer sind regelmäßige Kegler, die auch meistens privaten Gesellschaftskegelclubs angehören. Da diese nicht unbedingt bei jungen Leuten beliebt und verbreitet sind, hat sich die Altersstruktur in den letzten Jahren immer weiter nach oben verschoben. „Es geht bei circa 35 Jahren los, der Durchschnitt liegt bei zwischen 40 und 50 Jahren“, so Bernhard Grote.

„Wir probieren natürlich, junge Leute für den Kegelsport zu begeistern und auch für unseren Verein zu gewinnen. Wir haben mit rund 20 Mitgliedern immer noch eine der besten Jugendabteilungen Deutschlands und tragen daraus auch Erfolge hervor: Ein Großteil unserer Bundesligamannschaft kommt aus unserem eigenen Verein, sie haben hier alle mit circa zehn Jahren angefangen“, sagt das langjährige Mitglied Grote stolz.

Zu der generellen Überzeugung der Sportart Kegeln sagt Bernhard Grote: „Es ist einfach faszinierend, nur gegen die Bahn mit ihren Kegeln zu kämpfen. Natürlich konkurriert man im Moment der Wertung mit Anderen, doch bei den Durchgängen ist man komplett auf sich alleine gestellt. Das ist das, was uns allen das Wichtigste ist.“

Nach einer kurzen Anleitung durfte ich dann auch noch selber ein paar Kugeln werfen. Es ist nicht so einfach ist, wie es aussieht: Man braucht eine gute Technik und Koordination, um möglichst viele Kegel abzuräumen. Außerdem liegt die größte Schwierigkeit darin, den perfekten Wurf immer und immer wieder zu reproduzieren. Das bestätigt Bernhard Grote: „Die Konstanz ist das A und O. Es ist im Profibereich keine Seltenheit, dass man bei 15 Würfen 15 mal ‘alle Neune’ wirft. Man darf sich so gut wie keinen Fehler erlauben.“

Nach ein paar Würfen fielen immer mehr Kegel und der Spaß stieg. Wer weiß, vielleicht trete ich ja auch noch bei der Stadmeisterschaft an.

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