Heiligenhauser Stadtteil Oberilp feiert international

Wahrlich international: Bewohner der Oberilp – dem Schmelztiegel der Stadt – lauschen beim Stadtteilfest schottischen Klängen.
Wahrlich international: Bewohner der Oberilp – dem Schmelztiegel der Stadt – lauschen beim Stadtteilfest schottischen Klängen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Stadtteilfest in der Oberilp ist mittlerweile längst zu einer Institution geworden und wird als gelungenes Beispiel für gelebte Integration gewertet.

Heiligenhaus..  Mit schnellen Trippelschritten rennt die kleine Oberilperin über den Europaplatz. Nicht nur ihre blonden Locken fliegen dabei in alle Himmelsrichtungen, sondern auch ihr Popcorn. Die Hälfte liegt schon auf dem Asphalt verteilt, bevor sie das Missgeschick schließlich bemerkt. Ohne Worte hält ein türkisches Mädchen ihr die eigene Tüte Popcorn unter die Nase. Beide lachen und greifen beherzt zu.

Das internationale Stadtteilfest ist mittlerweile zu einer Institution geworden. Was in den 90er Jahren als kleines Spielhaus-Fest angefangen hat, ist den Kinderschuhen längst entwachsen und das beste Beispiel für gelebte Integration.

Verfehlen können Besucher das Stadtteilfest nicht. Denn schon direkt nach dem Einbiegen in die Oberilp tauchen die ersten bunten Fahnen zwischen den Bäumen auf. Sie sind so farbenfroh und facettenreich, wie der Stadtteil selbst. „Hier leben viele verschiedene Kulturen friedlich miteinander. Das zeichnet diesen Stadtteil aus. Und außerdem haben alle etwas gemeinsam – sie feiern gerne zusammen“, beschreibt Gabriele Rautenberg.

Verändern und weiterentwickeln

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie nun schon als Stadtteilkoordinatorin in der Oberilp und hat ihr Herz längst an den kulturellen Schmelztiegel verloren. „Nicht nur ich bin schon so lange hier, auch Herr Meschede vom Spielhaus beispielsweise. Der Stadtteil muss etwas haben, das uns so lange hier hält“, findet Rautenberg mit Blick auf die vielen bunten Stände der einzelnen Institutionen. Zum einen ist es wohl die Lust etwas zu verändern und die Oberilp stets weiterzuentwickeln, zum anderen ist es auch der Geist der Gemeinschaft. Und dieser weht nicht nur beim internationalen Stadtteilfest über den Europaplatz.

Besonders stolz ist Rautenberg auf das Engagement der Bewohner im Fall der Grundschulverlegung. Geplant war, dass die Regenbogengrundschule in das leere International-School-Gebäude am Sportfeld zieht. Ein Gedanke und ein Schulweg, der für Sorgenfalten auf der Stirn von Oberilper Eltern sorgte. „Sie haben alle zusammen dafür gekämpft dass die Schule nicht dorthin ziehen muss“, lobt Rautenberg. Hand in Hand hätten die Eltern dafür gesorgt, dass ihre Kinder künftig wohl nur in den Nachbarstadtteil wandern müssen. Ob die Regenbogenschule eine neue Heimat in der Unterilp findet, werde sich aber erst in den nächsten Wochen entscheiden. Dann sei Daumendrücken angesagt. Der Immobilienausschuss und schließlich der Rat müssen dem Umzug noch zustimmen.

Stolz können die Oberilper allemal auf sich sein. Denn dieses Engagement beweist, dass sie Integration nicht nur bei einer Tasse Kaffee auf dem Stadtteilfest leben, sondern an jedem Tag.