Heiligenhauser Spielplatz im Dornröschenschlaf

Andrea und Oliver Stasun finden: Der Spielplatz hier ist so schön, wieso befindet er sich derzeit im Dornröschenschlaf?
Andrea und Oliver Stasun finden: Der Spielplatz hier ist so schön, wieso befindet er sich derzeit im Dornröschenschlaf?
Foto: Heinz-Werner Rieck
Was wir bereits wissen
Für Kleinkinder ist er gedacht, doch derzeit lädt hier nicht wirklich was zum Spielen ein. Die Grünfläche wächst und wächst, die Schaukel ist weg.

Heiligenhaus..  „Wenn man sich anguckt, wie es jetzt aussieht, und wenn man weiß, wie schön und lebendig es hier früher war, dann ist das doch einfach nur traurig.“ Andrea und Oliver Stasun betrachten den Spielplatz, der sich an ihren Garten anschließt. Kinderlärm fanden sie hier immer schön, doch jetzt ist Ruhe eingekehrt.

Denn fast niemand mehr nutzt derzeit diesen verlassenen Spielplatz, der sich zwischen der Spessart- und der Harzstraße befindet und eigentlich sehr idyllisch gelegen ist. Die Gärten der Einfamilienhäuser schließen hier an, auch im Sommer gibt es immer irgendwo Schatten zum Spielen. „Die Einzigen, die sich hier mal kurz aufhalten, sind die Grundschulkinder, wenn sie vom Sport kommen“, erzählt Anwohner Oliver Stasun. Und ab und zu mal ein paar Jugendliche, die den elterlichen Augen etwas entfliehen wollen.

„Früher war hier richtig viel Leben. Man konnte gemütlich auf der Holzbank unter dem Baum sitzen – doch das ist nur noch Stein“, zeigt Andrea Stasun. „Die Kinder haben die Schaukel geliebt, aber die ist jetzt auch nicht mehr da, nur noch das Gerüst.“ Auch noch vorhanden sind zwei Sandbereiche mit schönen Klettergerüsten, beide noch gut in Schuss.

Und ein Schaukelpferdchen, das aber beinahe untergeht im Wuchs der Gräser. Kniehoch an einigen Stellen kann hier kein Kleinkind langgehen. „Wann hier das letzte Mal zurückgeschnitten oder gemäht wurde, weiß ich nicht. Aber man erfährt, dass in Neubaugebieten neue tolle Spielplätze gebaut werden – um die alten wird sich aber offensichtlich nicht mehr gekümmert“, bedauert Oliver Stasun. Wenn der Spielplatz doch nicht mehr benötigt werde, könne man die Geräte doch auch an anderen Standorten einsetzen.

Zustand soll nun geprüft werden

Jugendamtsleiter Thomas Langmesser zeigt sich überrascht, als er von dem Zustand erfährt: „Ich finde den Spielplatz dort auch sehr idyllisch gelegen, er ist speziell für Kleinkinder. Und meines Wissens nach wurde er sogar stark zurückgeschnitten“, berichtet Langmesser. „Dieser Stand ist für mich neu, da muss ich mich erst mal erkundigen, wieso das so ist und, ob da bald was passiert.“ Das solle natürlich nicht so sein, dass der Platz nun zuwuchert. „Ich weiß auch nichts davon, dass die Schaukel nicht mehr da ist. Wir haben jedenfalls nicht vor, diesen Spielplatz zurückzubauen oder ihn der Natur zu überlassen.“

Doch dieses Beispiel zeige, dass es in Heiligenhaus derzeit zu viele Spielplätze gebe: „Je mehr ich zu pflegen habe, desto unübersichtlicher wird es. Ich denke, man sollte sich auf einige konzentrieren“, findet der Jugendamtsleiter.