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Heiligenhauser sind heiß auf den Sonderpreis

19.02.2016 | 07:00 Uhr
Heiligenhauser sind heiß auf den Sonderpreis
Die örtlichen Supermärkte gehen unterschiedlich mit leichtverderblichen Lebensmitteln um.

Heiligenhaus.   Planung ist beim Einkauf das A und O. Wie der örtliche Handel mit Lebensmitteln umgeht, deren Verfallsdatum abläuft.

Dieser knallorange Aufkleber hat viele Fans. Auf dem Joghurt-Becher heftet ein Sonderpreis. Denn das Milchprodukt mit Kirschgeschmack ist nur noch zwei Tage haltbar. Viele Kunden des Rewe-Marktes an der Hauptstraße stört das nicht. „Auf unsere reduzierten Lebensmittel sind viele heiß. Und es werden immer mehr“, berichtet Bernd Wacket, Inhaber des Supermarktes.

Waren, die nur noch wenige Tage genießbar sind, werden so gezielt zum vergünstigten Preis an die Kunden gebracht, bevor das Rewe-Team sie entsorgen muss.

Deckel auf, Lebensmittel rein: Ab in die Tonne heißt es in vielen Supermärkten für Lebensmittel, die noch verzehrbar sind. Frankreich will dieser Verschwendung nun per Gesetz einen Riegel vorschieben. „Das ist Unsinn“, findet Wacket. Es sei doch im Sinne jedes Händlers nichts wegwerfen zu müssen, denn es sei bares Geld, das da im Müllcontainer lande. Um so wenig Lebensmittel wie möglich entsorgen zu müssen, sei eine gute Planung beim Einkauf das A und O. Dabei setzt der örtliche Rewe-Inhaber nicht auf computergestützte Programme wie andere große Supermarkt-Betreiber, sondern auf Erfahrungswerte und den gesunden Menschenverstand. „Wir kleinen Händler kennen unsere Kunden doch schließlich am besten“, sagt er. Und er weiß genau, dass die Buttermilch besonders gut geht, wenn es heiß ist. Ist aber Regen angekündigt, kann er direkt weniger davon bestellen.

Die TV-Werbung im Blick behalten

„Man muss immer am Ball sein und zum Beispiel auch die Werbung im Blick behalten“, sagt er. Läuft im TV beispielsweise ein spezieller Werbespot für ein Fertigprodukt, müsse der Händler auf Zack sein und davon mehr im Angebot haben. Oder freitags, da verkaufe sich der Fisch nun mal am besten. Was dennoch übrig bleibt, landet nicht nur reduziert in den Verkaufsregalen, sondern auch auf einem speziellen Tisch in den Mitarbeiterräumen. Dort können Wackets Angestellte sich mitnehmen, was sie möchten.

Trotz aller guten Planung bleiben aber auch in Wackets Markt Produkte stehen, die wegen des ablaufenden Haltbarkeitsdatums entsorgt werden müssen. „Das ist eine überschaubare Menge“, berichtet der Händler. An die Tafel könne er die Waren nicht abgeben, denn dort sind abgelaufene Lebensmittel unerwünscht. Etwa eine 120-Liter-Mülltonne fülle er pro Woche mit Verdorbenem. Hinzu käme noch Grünzeug, das beim Gemüseverkauf abfalle. Die grünen Blätter, die den Blumenkohl ummanteln etwa. Oder die von Kunden im Laden abgezupften Stiele des Kohlrabis. Wobei es auch für diesen „Abfall“ dankbare Kunden gibt: die Halter von Kaninchen und Co.

Auch im örtlichen Real-Markt an der Velberter Straße bemüht sich Geschäftsleiter Leo Dzialoszynski um eine möglichst optimale Bestellung. „Damit die Ware mehrere Tage vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums komplett abverkauft werden kann“, so Alja-Claire Dufhues, Sprecherin der Supermarkt-Kette. In der Praxis gelänge das aber nicht immer. Dann werde abgeschätzt, was überschüssig sein könnte. Diese Waren würden dann vor dem Ablauf des Verfalldatums an die Velberter Tafel gespendet.

Alles, was nicht mehr verkauft oder gespendet werden kann, entsorgt Real in speziellen Behältern. Das passiere beispielsweise auch mit Lebensmitteln, die beim Transport beschädigt oder nicht richtig verpackt würden. Die Abfälle landeten anschließend ausschließlich in Biogasanlagen.

Bei Rückrufaktionen der Hersteller, sei der Einzelhändler zur Entsorgung verpflichtet. Da die Produkte aber nicht mehr „verkehrsfähig“ sind, landen sie in abgeschlossenen und durch einen Zaun geschützten Containern, heißt es von Real.

Hannah Blazejewski

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2016-02-19 07:00
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