Heiligenhauser Schwimmbadleiter - selbst in New York erkannt

Holger Brembeck hat im Heljensbad vor über 30 Jahren als Azubi angefangen. Heute is er der Leiter des Schwimmbades.
Holger Brembeck hat im Heljensbad vor über 30 Jahren als Azubi angefangen. Heute is er der Leiter des Schwimmbades.
Foto: FUNKE Foto Services
Holger Brembeck, Leiter des Heljensbades, berichtet von seinem Werdegang, was besonders wichtig ist und wo die Reise mit dem Schwimmbad hingehen soll.

. Das Heljens Bad – eine Institution, die über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Dieses Jahr feiert es sein 50-jähriges Bestehen, was in Zeiten knapper städtischer Finanzen eine Seltenheit geworden ist. In unserer neuen Serie werden wir uns dem Bad ausführlicher widmen. Heute stellen wir Bäderleiter Holger Brembeck näher vor.

Wer hat nicht mal davon geträumt ein eigenes Schwimmbad direkt am Haus zu haben? Dieser Traum ist für Holger Brembeck in Erfüllung gegangen. Er wohnt seit über 20 Jahren in einem Haus direkt auf dem Freibadgelände, aber mittlerweile ist das nichts besonderes mehr für ihn: „Es besteht nicht mehr das Verlangen, nachts aufzuschließen und zu schwimmen“ erzählt Brembeck lachend.

Der 47-Jährige ist in Heiligenhaus aufgewachsen und hat früh gemerkt, was eine große Rolle in seinem Leben spielen wird: „Ich habe es immer geliebt, Sport zu machen. Ist natürlich toll, wenn man das mit dem Job kombinieren kann.“ Fußball, ob aktiv oder passiv. wenn er seinen Sohn begleitet oder Skifahren, bei Brembeck gehört Sport zum Leben. Und eine gesunde Ernährung sowie Musik, demnächst hat er mit seiner Rockband seinen ersten Aufritt.

Das Heljens Bad wurde seine zweite Heimat, seit über 30 Jahren arbeitet Brembeck bereits hier. Mittlerweile personifiziert er dieses für viele: „Sogar bei der Fußball-WM 1994 in New York wurde ich von einem Mann aus dem Publikum erkannt, das war schon ein schönes Gefühl“, erzählt Brembeck stolz.

Viel erlebt hat er in der Zeit, die er hier ist, Höhen und Tiefen. „ Der Tod des kleinen Ismael, das ging mir schon sehr nahe. Unglücksfälle vergisst man nie“, berichtet er nachdenklich. Aber Freud und Leid, so sagt er, „liegen in meinem Job auch eng beieinander. Einem Mädchen konnte ich das Leben retten, die kam Jahre später, um sich dafür noch einmal zu bedanken.“ Ansonsten freut er sich am meisten über positives Feedback. „Mir ist das Menschliche wichtig, wir sind ja auch ein Teil Sozialarbeiter. Oder wenn Leute uns für hygienische Zustände loben.“

Früher als Lehrling, heute als Bäderleiter – die Aufgaben haben sich verändert, Brembeck selber ist es aber wichtig, dass er als Bäderleiter als Vorbild dient und überall mitanpackt. An der Kasse oder in der Badehose als Aufsicht ist er heute auch noch tätig, denn als Chef setzt er auf flache Hierarchien, sprich auf teamorientiertes Arbeiten. Seine eigentlichen Aufgaben sieht er neben der Verwaltung im Bereich Marketing, aber auch besonders in der Präsenz des Heljens Bades bei verschiedenen Veranstaltungen.

Außerdem probiert er, über den normalen Schwimmbetrieb hinaus viele verschiedene Projekte und Angebote zu organisieren, wie zum Beispiel Saunaevents, Aquapower oder -fit und Aquakino. Diese haben in den letzten Jahren besonderen Anklang gefunden, denn, so Brembeck: „Das Freizeitverhalten der Leute hat sich doch extrem verändert.“

Für den Leiter des Schwimmbades ist das Ziel für die nächsten Jahre die moderne und zeitgemäße Aufstellung weiter fortzuführen und dabei den finanziellen Aufwand so klein wie möglich zu halten, denn auch in Heiligenhaus, so weiß er, gehört sein Betrieb zu den Kostenintensivsten des Haushalts. Eine Herausforderung, die er annimmt, denn: „Es ist mehr als nur ein Job, da steckt viel Herzblut mit drin.“

Im 32. Jahr ist Brembeck bereits im Heljens Bad tätig. 1983, direkt nach der Realschule, begann er die Ausbildung zum Schwimmmeistergehilfen. 1988 ging er zur Sportschule Duisburg-Wedau, um seinen Meister zu machen. „Ich durfte diese Prüfung nur aufgrund einer Sondergenehmigung machen, anschließend war ich der jüngste Schwimmmeister in NRW.“

Obwohl keine Meisterstelle frei war, arbeitete Brembeck zunächst weiter als Geselle. Später holte er sein Abitur nach. 1993 wurde dann eine Meisterstelle sowie das Wohnhaus auf dem Schwimmbadgelände frei. 2001, „als mein Sohn sieben Jahre alt war, habe ich mich entschlossen, ein Kombistudium aus Sportökonomie und Betriebswirtschaft zu machen“, erklärt Brembeck. 2003 wurde dann die Bäderleiterstelle extern ausgeschrieben: Er konnte sich gegen Bewerber aus ganz Deutschland durchsetzen. „Da war ich natürlich stolz, da ging ein Traum in Erfüllung.“