Heiligenhauser Politik per Internetdiskusion mitgestalten

Vier Gesichert für die politische Mitbestimmung der Jugend: Alexander Przetak (17), Rebecca Ritterbach (18), Ianos Tzouvaras und Mark Wiese (24) haben 18 Monate lang die Plattform heiligenhaus.ypart.eu aufgebaut.
Vier Gesichert für die politische Mitbestimmung der Jugend: Alexander Przetak (17), Rebecca Ritterbach (18), Ianos Tzouvaras und Mark Wiese (24) haben 18 Monate lang die Plattform heiligenhaus.ypart.eu aufgebaut.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fünf Heiligenhauser Jugendliche haben sich 18 Monate lang engagiert, um Jugendliche und Verantwortliche in Heiligenhaus an einen Tisch zu bringen.

Heiligenhaus..  „Ohne Jugend ist kein Staat zu machen“ – das hat mal ein Philosoph gesagt, und so nannte sich mal ein Planspiel der Friedrich-Ebert-Stiftung, das junge Leute für die politische Mitbestimmung gewinnen wollte. Heute wirbt die Politik mehr denn je darum, dass junge Menschen sich an ihr beteiligen.

Fragt sich nur, wie man die launische Zielgruppe am besten beteiligt. Die Wahl zum letzten Jugendrat in Heiligenhaus ist an mangelnder Resonanz gescheitert. Um die Hemmschwelle fürs Mitmachen zu minimieren, sollen die Heiligenhauser Jugendlichen ihre politische Vertretung im Februar erstmals dort wählen können, wo sie mutmaßlich eh ständig sind: im Internet.

Unter heiligenhaus.ypart.eu können sich Jugendliche anmelden, kommunalpolitische Vorschläge machen und die von anderen diskutieren. Aktuell stehen da Vorschläge wie „Einkaufszentrum“, „Baumhausstadt“ oder „Tierheim“ auf der Seite. Weitere dürfen dazu kommen. Wenn der nächste Jugendrat zustande kommt, soll die Plattform als Ideenfundus für die jugendlichen Jugendvertreter dienen.

Fünf Heiligenhauser Jugendliche haben die Heiligenhauser Plattform aufgebaut und moderieren sie auch weiterhin: Elisa Schnurr, Rebecca Ritterbach, Ianos Tzouvaras (alle drei 18), Mark Wiese (24) und Alexander Przetak (17). Entstanden ist das alles zwischen Mai 2012 und Oktober 2013 bei dem deutschlandweiten Modellversuch Youthpart#lokal „für kommunale Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft“. Jugendliche aus bundesweit sieben Kommunen haben ein jeweils auf ihre Gemeinde zugeschnittenes internetgestütztes Jugendbeteiligungsprojekt aufgebaut, Treffen organisiert und Strukturen geschaffen, die Jugend und Politik möglichst konkret und sachbezogen zusammenbringen sollen.

Die Haupterkenntnis aus Heiligenhaus: Konzert, Lagerfeuer, tanzen, lebhaft diskutieren und dabei Pizza essen, das geht nur offline. Entsprechend heißt es im Heiligenhauser Teil der Projekt-Dokumentation „treffen sich Jugendliche und Verantwortliche auch zukünftig außerhalb des Internets“.

Von dem ersten im Club durchgeführten „Offline-Event“ berichten alle Organisatoren sehr positiv. Dorthin kamen erstaunlich viele Kinder um die zehn Jahre. Ianos Tzouvaraus erzählt: „Wir waren anfangs skeptisch, ob die Kleinen sich trauen würden, mit den Kommunalpolitikern zu sprechen. Letztendlich haben sie ziemlich direkt gefragt und ging es lebhaft zu.“

Die Arbeit endet nicht mit Auslaufen des Projekts Youthpart. Die Seite heiligenhaus.ypart.eu ist weiter online und soll weiter dazu dienen, „Events über die Plattform auszuschreiben“, sagt Mark Wiese, „denn umgesetzte Vorschläge sind die beste Werbung für die Seite.“