Heiligenhauser Parteien haben Diskussionsbedarf

Der Rathaus-Komplex von oben: Im Innenhof sind derzeit Kulturbüro und Bürgerbüro präsent.
Der Rathaus-Komplex von oben: Im Innenhof sind derzeit Kulturbüro und Bürgerbüro präsent.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die WAZ fragte nach: Ein möglicher Umzug des Kulturbüros sollte nicht allein laufendes Geschäft der Verwaltung sein, meinen die Ratsfraktionen.

Heiligenhaus.. Die Stimmung auf dem Stadtfest war super, das Wetter spielte mit. Und das Team des Kulturbüros sowie die Stadtmarketing-Arbeitskreise wurden ob ihrer Arbeit gelobt. Missklänge verursachte allerdings das Thema „geplanter Kulturbüro-Umzug“, von dem die Ratsfraktionen am Stadtfest-Samstag erst aus der WAZ erfahren hatten. Informiert war lediglich die SPD.

„Offiziell ist das Thema noch nicht bei uns angekommen“, erklärt Stefan Okon, Fraktionsvorsitzender der WAHL. „Den Umzug des Kulturbüros als laufendes Geschäft der Verwaltung zu betrachten, finde ich schon nicht gut.“ Wie die Partei zu den von Bürgermeister Dr. Jan Heinisch angeführten Argumenten konkret steht, werde auf einer Fraktionssitzung erörtert. Okon persönlich möchte „keine unnötige Hürde für die Bürger aufbauen“. Er habe festgestellt, dass die Tür des Kulturbüros immer offen sei. Seine Befürchtung ist, dass etwaige Probleme von der Stadtverwaltung herbeigeredet würden.

Unverständnis

Nicht verstehen kann auch Götz Frank von der Fraktion der Grünen die Diskussion um einen Umzug. „Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass sich die Mitarbeiter des Kulturbüros durch Besuche von Bürgern, die zum Beispiel Eintrittskarten kaufen wollen, gestört fühlen“, sagt er. Das Kulturbüro sollte seiner Ansicht nach nicht im Rathausgebäude versteckt werden, „angesichts leerer Kassen wird sowieso in diesem Bereich schon sehr gespart.“ Die Stadtbücherei bekomme dies ja schon seit Jahren zu spüren.

Ralf Herre (CDU) hat zum einen Verständnis dafür, „dass man über alles mögliche nachdenkt, wenn man Geld einsparen muss.“ In der Fraktion der Christdemokraten werde zum anderen ein möglicher Umzug des Kulturbüros Anlass zur Diskussion sein: „Wir werden darüber sprechen, ob das sinnvoll ist oder nicht.“ Der Bürgermeister müsse seine Pläne der Politik einmal konkret vorstellen. Fraktionsvorsitzender Herre: „Es muss ja sichergestellt sein, dass Kultur auch in Zukunft an den Mann und an die Frau gebracht wird.“

„Die Tourismusförderung haben wir als FDP uns schon lange auf die Fahnen geschrieben“, erklärt Volker Ebel, FDP-Fraktionsvorsitzender. Da dieser Bereich nun zum Kulturbüro dazugekommen ist, „sollte man das Ganze sogar in einem größeren Rahmen als bisher betrachten“, ist Ebels Meinung. Und: „Ein Büro sollte im Blick der Bürger sein.“ Vorstellen könne er sich zum Beispiel eine gemeinsame Plattform mit dem Bürgerbüro – auch räumlich. „Doch darüber sollte man auf jeden Fall eine öffentliche Diskussion führen,“