Heiligenhauser lieben ihr Platt

An der Stadtgrenze zu Kettwig erkunden Hühner den Panoramaradweg. Früher waren sie untergebracht im Honnerhut, dem Hühnerstall.
An der Stadtgrenze zu Kettwig erkunden Hühner den Panoramaradweg. Früher waren sie untergebracht im Honnerhut, dem Hühnerstall.
Foto: WAZ FotoPool
Welche Worte im Heljens Platt kennen Sie noch? Wir versuchen gemeinsam mit Lesern ein kleines Wörterbuch zu erstellen.

Heiligenhaus..  Platt zu sprechen heißt auch, ein Stück Heimat zu vermitteln. Seit einem halben Jahr suchen wir gemeinsam mit Ihnen, liebe Leser, alte Schätzchen des Heljens Platt, damit diese nicht verloren gehen. Vielleicht kann sich der ein oder andere, jetzt beim Lesen, wieder an ein Wort erinnern oder kennt sogar noch eins, das wir bislang noch nicht hatten?

Wir haben Sie aufgerufen, uns ihre liebsten Platt-Wörter zu nennen. Dieser Aufforderung kommen wir heute erneut nach, weitere folgen. Die ersten beiden Begriffe sind noch von Heimatchronist August Steinbrink. Von ihm folgen in den nächsten Folgen aber auch noch weitere Wort-Schätze.

Bennerschlag: Ein Brett pflegte man früher zwischen den Betten der Eheleute aufzustellen, wenn es Krach gab. Die temporäre Trennwand trägt im Heljenser Platt diesen unübersetzbaren Namen.

Tüdern: Das Verb dafür, Schafe oder Ziegen zum Weiden anzupflocken. Dementsprechend heißt der Pflock zum Anbinden einer Ziege als Nomen: Hippentüdder.

Leserin und Heiligenhauserin Edith Trölenberg nennt uns folgende Begriffe, die sie noch aus dem Platt kennt:

Honnerhut: Mit diesem Begriff benannte man den Hühnerstall. Davon gab es in Heiligenhaus früher mehr als heute.

Kamesölk: Momentan braucht man es eher nicht, aber wenn es frischer wird, benutzen wir das Jäckchen.

Klooskeel: Er kommt einmal im Jahr zur Adventszeit und bringt Geschenke mit: der Nikolaus

Bestaden: Wenn zwei Liebende sich das Ja-Wort geben: das Heiraten.

Ongerbocks: Die Unterhose hört man noch ganz klar heraus in der Platt-Version.

Soterdach: Der schönste Tag der Woche: der Sonntag.

Nemes: Das Wort niemand ist hier gemeint.

Lustern: Ohren gespitzt, es gibt was zu sagen: Hinhören ist hier angesagt.

Auch WAZ-Leserin Annelore Schmidt kann ein bisschen Platt, sie nennt zwei Sprichwörter:

Von daach bin ich praat: für heute bin ich fertig. Der Tag hat mich quasi kaputt gemacht.

Hör ens dat kumen op: hör auf, Dich zu beschweren (über das Essen, das man nicht mag, zum Beispiel.)

Der Velberter Friedbert Höhne erinnert sich an den Ausdruck:

Dat dat och noch dadöschen kumen mauten: Dass das auch noch dazwischen kommen musste.