Heiligenhauser Kulturbüro soll umziehen

Seit 14 Jahren eine vertraute Anlaufstelle: das Kulturbüro im Rathaus-Innenhof. Die Mitarbeiter sollen bald umziehen ins Rathausgebäude.
Seit 14 Jahren eine vertraute Anlaufstelle: das Kulturbüro im Rathaus-Innenhof. Die Mitarbeiter sollen bald umziehen ins Rathausgebäude.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürgermeister spricht vorerst von einer „Idee“ vor dem Hintergrund des Personalabbaus in der Verwaltung. Die SPD sieht eine Standort-Aufgabe ohne Not.

Heiligenhaus..  Das Gerücht machte schon länger die Runde, jetzt werden die Pläne zu einem Umzug des Kulturbüros konkret diskutiert, wie Bürgermeister Dr. Jan Heinisch auf WAZ-Nachfrage angibt. Das Büro im Außenbereich des Rathausneubaus, in dem seit Mitte 2001 die Mitarbeiter des Fachbereichs Kultur tätig sind, steht zur Disposition. Heinisch, zu dessen Geschäftsbereich die Kultur gehört, plädiert für eine Unterbringung im Rathausgebäude. Konkrete Räume gebe es noch nicht, doch Gründe für einen Umzug durchaus stichhaltige.

Kartenvorverkauf nur im Bürgerbüro

Das von der Politik auferlegte Sparziel zur Konsolidierung des Etats habe zu einem Personalabbau geführt, so Heinisch. Zur Erinnerung: Stephan Nau, Tourismus-Experte bei der Stadt, hatte im Januar die Nachfolge von Henrik Schulze Neuhoff als Leiter des Kulturbüros angetreten. Sein bisheriger Fachbereich wurde der Kultur zugeschlagen, diese Position wiederum nicht neu besetzt. Das zuständige Ratsgremium heißt deshalb Ausschuss für Kultur, Städtepartnerschaften und Tourismus.

Im Kulturbüro arbeiten nach wie vor drei Leute, haben aber mehr Aufgaben. Überstunden, wie sie beispielsweise das Stadtfest mit sich bringt, seien immer schwieriger abzunehmen. Und wenn sie abgenommen werden, bleibt das Kulturbüro oft zu. „Das hat schon zu Beschwerden der Bürger geführt, die den Kartenvorverkauf nutzen wollten“, weiß Heinisch. Weshalb dieser Service allein beim Bürgerbüro besser aufgehoben sei, „denn da sind wir mit den Öffnungszeiten breiter aufgestellt.“ Zudem nutzten etliche den Online-Ticketkauf.

Für die Mitarbeiter des Kulturbüros sieht der Verwaltungschef daher immer weniger den Bedarf, Kundenkontakte zu pflegen, zumal die Organisation der Kulturarbeit viel Zeit und Raum einnehme, Stephan Nau überdies die grafische Gestaltung der Flyer und die Tourismusförderung ebenfalls noch betreue. Ferner wolle man endlich einen Kritikpunkt beseitigen: Mitarbeiterin Veronika Kautz, die als Gleichstellungsbeauftragte fungiert, brauche für interne Gespräche einen geschützten Raum.

Vorerst sei alles eine „Idee“, sagt Heinisch. Aus der Sicht der SPD keine, der man folgen sollte. Es werde ein Standort ohne Not aufgegeben. Für die Kulturarbeit wie auch für den Bürger sei dies eine Einschränkung in der Arbeits- und Servicequalität. „Die Größe und Ausstattung des Büros ist geradezu ideal – für die Kontaktpflege von Kulturschaffenden, den Mitarbeitern und den Bürgern“, heißt es in einer Mitteilung. Und: „In welchen Städten käme man auf die Idee, ein Touristenbüro in den ersten Stock eines Rathauses zu verstecken?“